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DOSSIER 

An der Schwelle zum FutureLearning

futurelearning.jpg 

Vor Kurzem flatterte mir die Einladung zur Veranstaltung „futurelearning – eine Standortbestimmung zum Lernen mit neuen Medien mit Bundesministerin Dr. Claudia Schmied“ auf den Schreibtisch. Ein Schmunzeln, der Satz „Le roi est mort, vive le roi!“ und Zufriedenheit waren meine ersten Assoziationen. Denn: Natürlich muss die Marke „eFit“, die während der vergangenen Legislaturperioden geprägt worden ist, schon allein aus Gründen der Vergangenheit ebendieser Periode gewechselt werden. (Schmunzeln.) Aber: Die Sache selbst geht weiter (…vive le roi!) und der neue Begriff trifft – Anglizismus hin oder her – aus meiner Sicht genau den Punkt. (Zufriedenheit).

Es geht in Zukunft darum, E-Learning in die Normalität des alltäglichen Unterrichts zu integrieren. Eine Zeitlang werden wir das „e“ (groß oder klein geschrieben, fett oder nicht fett gesetzt) noch wahrnehmen; aber in Zukunft wird E-Learning nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine selbstverständliche Methode unter anderen sein. ALLERDINGS auch eine Methode, die im Zuge ihrer Einbettung in den schulischen Alltag eine Menge verändern und – ja! – auch einiges an neuer Qualität in die österreichischen Schulen bringen wird.

Die oben genannte Veranstaltung wird am 2. Oktober stattfinden. Bis dahin bleibt also der Vorhang noch geschlossen. Aber es ist verlockend, sich von den Geräuschen hinter der Bühne ausgehend auszumalen, wie futurelearning (geschrieben auch: FutureLearning – oder zur Abwechslung vielleicht futurElearning?) im Schulbereich ausschauen wird. Keine Frage: Bei den jetzt folgenden Stichworten will ich gar nicht verhehlen, dass hier zum Teil auch der Wunsch Vater des Gedankens ist. Aber so knapp nach Schulbeginn kann es nicht so falsch sein, sich die eine oder andere Vision auszumalen. Und wir werden ja sehen, was von den Wünschen und Vorstellungen sich in den kommenden Monaten und Jahren als realisierbar und als realisierungswürdig herausstellt.

Ich gestehe an dieser Stelle, dass ich persönlich von den derzeitigen Entwicklungen tatsächlich sehr viel erwarte. Aufbruchstimmung ist zu spüren! Was konkret werden wird, ist derzeit noch nicht wirklich absehbar. Ein guter Moment, um den höchstpersönlichen Blickwinkel auf die Sache zu klären, um mit Gelassenheit, dennoch vorbereitet, den Dingen, die da kommen, entgegenblicken zu können. Hier die Versatzstücke, aus denen meiner Ansicht nach das schulischE Lern-Angebot künftig zusammengesetzt sein wird. In alphabetischer Reihenfolge:

Edumoodle edumoodle: Geplant für 40 Instanzen, hat edumoodle sich in den letzten 1 ½ Jahren auf bislang etwa 800 Moodle-Installationen hin entwickelt – stetig und ungebremst wachsend. Das bedeutet bislang eine stolze zwanzigfache Überbietung des ursprünglich angenommenen Bedarfs durch die tatsächliche Nachfrage. Das Projekt erhielt vor Kurzem die Erlaubnis, im Rahmen von Schulpartnerschaften auch nicht-österreichische Schulen „mitzunehmen“, läuft jedenfalls wie bisher bis Sommer 2008 weiter. Und ich persönlich hege die Hoffnung, dass die Nutzung noch darüber hinaus für die Schulen kostenlos bleiben wird. Wohlgemerkt: die Hoffnung …

Mehr: http://www.edumoodle.at/

peter_sereinigg.jpgEin Interview mit dem offiziellen österreichischen Moodle Partner, Peter Sereinigg, können Sie hier sehen. 
 Peter Sereinigg 

eLC: Die Pioniere der schulischen E-Learning-Vernetzung gehen eben mit der Version 2.0 in die nächste Runde: eLearning-Schulpartnerschaften sind angesagt. Ganz vereinfacht kann man sich das wie ein Schneeballsystem vorstellen. Eine erfahrene Schule sucht sich eine in Sachen E-Learning weniger erfahrene Partnerschule. Und dafür werden beide Schulen vom BMUKK unter Wahrung der schulischen Autonomie finanziell unterstützt. Derzeit noch ausschließlich Bundesschulen. An einer Ausweitung auf Landesschulen sowie an den detaillierten Spielregeln wird noch gearbeitet. Wenn man so will: eBuddy auf Schulebene – und das eBuddy-Programm war ja schließlich ein voller Erfolg

Mehr: http://www.e-teaching-austria.at/
art_sammlung/2576.php

elSa eLSA: Rasantes Wachstum, neue Homepage, innovative Tagung. Das eLSA-Netzwerk ist mittlerweile auf über 80 Schulen angewachsen. Bemerkenswert aus meiner Sicht ist neben vielen, vielen anderen Aspekten der schulorganisatorisch-integrative Aspekt dieser Initiative. Dem eLSA-Netzwerk gehören (trotz widriger legistischer Bedingungen) mittlerweile auch Hauptschulen an. Und die ersten Volksschulen stoßen gerade ebenfalls zum vernetzten eLearning-im-Schul-Alltag dazu.

Mehr: http://elsa20.schule.at/

Die jüngste eLSA-Sommertagung in der Ramsau Ende August 2007 ist hier dokumentiert:

EPICT: „eLearning sollte ebenfalls bis 2010 nachweislich zu den Kompetenzen bereits im Dienst befindlicher Lehrkräfte und Schulmanager gehören.“ Wenn man solches, wie im jüngst erschienenen eContent-Masterplan des BMUKK formuliert, tatsächlich möchte, dann muss man ein Konzept, eine Methode dafür haben. Und weil es die schon gibt (nämlich in Dänemark entwickelt und höchst erfolgreich umgesetzt, braucht man nicht bei null zu beginnen, sondern probiert das dänische Rezept einfach aus. Wenn’s passt, dann passt’s. Und wenn nicht, kann man ja immer noch – wiederum klüger geworden – eine eigene, noch bessere Methode entwickeln. Oder vielleicht gemeinsam mit den Dänen … Jedenfalls erproben die Pädagogischen Hochschulen in einem gemeinsamen Pilotprojekt beginnend mit diesem Herbst das dänische Konzept. Mit konkreten Erkenntnissen ist bis zum kommenden Sommer zu rechnen.

Mehr: http://www.epict.org;
http://www.edumoodle.at/epict/

FutureLearning-Kompetenz-Cluster-Ausschreibung: So lang das Wort, so schwerwiegend die Relevanz für Österreich. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein eben gestartetes öffentliches Ausschreibungsverfahren, dessen Ziel es ist, mittlerweile für das österreichische Schulwesen notwendig gewordene IKT-Dienstleistungen auch finanziell und damit budgetär ins System zu integrieren. Konkret kann man sich unter der zukünftigen Struktur der FutureLearning-Kompetenz-Cluster so etwas wie eine Struktur für Bildungsserver 2.0 vorstellen. Aufgeräumt – bewährt – komplementär – leistungsfähig – nachhaltig – österreichweit vernetzt – und nicht mehr von Projekt zu Projekt zitternd wie bislang. Mitte November ist mit der Beauftragung von drei (bis maximal sechs) Kompetenz-Clustern zu rechnen. Wenn es so weit ist, werden wir in unserem Newsletter natürlich wieder berichten …

Initiative 25+: Hinter diesem Kürzel verbirgt sich die schätzenswerte Tatsache, dass dem BMUKK klar ist, dass die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl in Richtung „25“ allein noch keinen besseren Unterricht garantiert. Weniger Schülerinnen und Schüler in der Klasse zu haben ist allerdings eine Erleichterung, wenn man den eigenen Unterricht in Richtung Individualisierung und Differenzierung verändern möchte. Das BMUKK startet unter dem Titel „25+“ eine breit angelegte, vernetzte Initiative, die die organisatorische Maßnahme der Verkleinerung von Klassen flankierend und moderierend – und insbesondere hinsichtlich der Qualitätsentwicklung des Unterrichts – begleiten will. Das E-Learning wird sein Schärflein dazu beitragen können. Das ist nicht zuletzt deshalb seit dem Jahr 2005 im schulischen Bewusstsein, weil Prof. Schratz (Uni Innsbruck) im Zusammenhang mit der eLSA-Evaluation den Satz „E-Learning goes Montessori“ prägte.

Mehr: http://www.lsr-ooe.gv.at/cgi-bin/erlass01.asp?id=2487

Konferenzzimmer Konferenzzimmer: Über 500 Lehrkräfte haben in diesem Sommer an den virtuellen Online-Seminaren von e-LISA academy teilgenommen. Und weil jetzt eh schon alle ihren Moodle-Account haben, ist es eigentlich auch kein besonderer Aufwand mehr, diesen Absolventinnen und Absolventen so etwas wie ein „Konferenzzimmer“ anzubieten. Gesagt, getan. Seit Mitte August steht unser Konferenzzimmer im Internet bereit und hat schon einige Diskussionen, Meinungskundgebungen, Äußerungen von Wünschen etc. Platz geboten. Praktisch: Die e-LISA academy-Zugangsdaten sind so etwas wie ein Universalschlüssel und „sperren“ auch das Konferenzzimmer auf.

Schlüsselloch: http://seminare.e-lisa-academy.at/

Lern_mIT_100x70.jpgLERN’ m:IT: Oberösterreich – das muss man (egal ob neidig oder neidlos) anerkennen – ist wieder einmal Vorreiter in Sachen E-Learning. Als erstes österreichisches Bundesland führt Oberösterreich im laufenden Schuljahr ein E-Learning Aktionsjahr durch. Und weil EDUCATION HIGHWAY unter anderem seinen Ursprung als oberösterreichischer Bildungsserver genommen hat und an der Vorreiterrolle dieses Landes alles andere als unbeteiligt ist, verwundert es bei näherem Hinsehen gar nicht, dass alle oberösterreichischen Schulen im kommenden Schuljahr ein e-LISA academy Schulabo sozusagen auf Landeskosten nützen werden können.
Mehr: http://lernmit.eduhi.at/ bzw. http://www.eduhi.at/dl/LERNmITe-LISA.pdf

Neue Mittelschule: Ichweißichweißichweiß – heißumfehdetwildumstritten. Dennoch: Seit meiner Studienzeit – und die liegt auch schon einige Jahre zurück – frage ich mich, warum evidente Erkenntnisse nicht und nicht umgesetzt werden. Wenn ich die Schlachtrufe gegen eine mögliche gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen mit den vor über 30 Jahren aus Finnland anlässlich der dortigen Schulreform kolportierten vergleiche, kann ich nicht anders als zu denken: déja vu. Und zu hoffen, dass die Hürde vielleicht diesmal übersprungen wird – denn: Was in Finnland möglich war, sollte doch auch in Österreich möglich sein. Und warum sollten Lehrkräfte in Österreich weniger lernfähig als in Finnland sein …

Pädagogische Hochschulen: Daumen drücken. Daumen drücken und Mithelfen all jenen, die (teils schon sein Monaten) den Kraftakt des Starts der Pädagogischen Hochschulen mit 1. Oktober 2007 realisieren und verantworten und während des kommenden Studienjahres die Aufgabe haben, das „Werkl“ in Schwung zu bringen. Die Integration von über 50 einzelnen Institutionen unter das Dach von 8 öffentlichen und 5 privaten Pädagogischen Hochschulen war und ist tatsächlich ein Kraftakt. Aber einer, der die Chance auf viel Neues, viel Positives mit sich bringt. Und von dem man, so hoffe ich, in einiger Zeit sagen wird, dass es die Anstrengung allemal wert war.
Mehr: http://www.bmukk.gv.at/schulen/bw/leb/ph_standorte.xml

OLPC – One Laptop Per Child (vulgo „Der 100$-Laptop“): Noch kostet der 100$-Laptop eher 100 €. Aber hieran herumzumäkeln wäre wirklich Haarspalterei angesichts der Tatsache, dass die Umsetzung dieser Vision in die Zielgerade einzubiegen scheint. Auch in Österreich wird ernsthaft überlegt, das Potenzial dieses Gerätes zu erproben. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Mehr: http://laptop.org/index.de.html

Web2.0-Klasse: Die Telekom Austria hat mit Weblife ein eigenes Weblog-System entwickelt und bereits erfolgreich in der Schule erprobt. Derzeit erleben wir ja ohne Zweifel den 2.0-Hype. Und ich stoße ungeniert ins selbe Horn; meine sogar, dass dieser Hornstoß Substanz hat – und: Wenn es sogar schon die Telekom geschnallt hat, dann muss ja was dran sein … ;-)

Schauen Sie sich das an!
http://web20klasse.weblife.at/

www.schulleiter.at: Geplant ab Herbst 2005, hat das BMUKK-Projekt Schulleiter² in Zusammenarbeit mit den Pädagogischen Instituten Österreichs E-Learning-Komponenten in laufenden Schulmanagement-Ausbildungen erprobt. Darüber hinaus wurde das Themenfeld E-Learning und Schulmanagement generell unter die Lupe genommen.
Das Projekt wurde Sommer 2007 abgeschlossen und die Projektergebnisse stehen nunmehr öffentlich zur Verfügung:

Kostenloser Download unter http://www.schulleiter.at

(nat)

FutureLearning
Ein Service von EDUCATION HIGHWAY