|
|
|
Schritt 4: Kritisches Lesen im NetzBekanntlich ist es für die Schule immer wichtiger, ihrer Rolle als Vermittlerin von Medienkompetenz (fächerübergreifend) nachzukommen. Die richtige Nutzung der neuen Medien will gelernt sein, um im späteren Berufsleben bestehen zu können. Es ist heutzutage genauso wichtig, Informationen aufspüren zu können, wie sie zu interpretieren. Denn längst nicht mehr ist alles „wahr“, was publiziert wird – das Erlangen einer kritischen Distanz zu den gefundenen Inhalten ist wichtig.
In manchen Fällen ist es vielleicht noch einfach, wertlose Informationen von einer für BenutzerInnen relevanten Seite zu unterscheiden. Aber spätestens, wenn man vor einer absichtlich und geschickt gefälschten Information steht, fällt es nicht so versierten SchülerInnen sicher schwerer, eine Differenzierung vorzunehmen. Für LehrerInnen und SchülerInnen stellen sich hier neue Aufgaben, die mit der neuen Technologie unmittelbar zusammenhängen. Am Ende der Schulzeit sollen SchülerInnen sich in der modernen Informationsgesellschaft selbstständig behaupten können, aktiv und rezeptiv.
SchülerInnen gehen mit im Internet gefundener Information mitunter recht pragmatisch um: Sie lehnen jene Texte ab, die nicht allgemeinverständlich geschrieben sind und die sie demzufolge nicht „verstehen“ können. Texte, die dagegen von SchülerInnen selbst geschrieben wurden, werden nicht abgelehnt – auch dann nicht, wenn sie Fehler enthalten. Weiters spielt der Zeitaufwand der Internetrecherche eine Rolle im Arbeitsverhalten der SchülerInnen. Wenn es ihnen zu lange dauert, die Liste von Suchergebnissen durchzugehen, geben sie nach dem fünfzigsten Suchtreffer auf. Tausende von Fundstellen sind nicht detailliert zu bearbeiten und für den „schnellen Blick“ fehlt unerfahrenen InternetnutzerInnen meist die Erfahrung.
Es stellen sich drei Hauptfragen:
- Wie lassen sich Informationen sinnvoll selektieren?
- Was sind die Kriterien für Glaubwürdigkeit und Authentizität?
- Wann hat man genügend brauchbare Informationen, um ein Thema zu erfassen?
Bislang wurde die Beantwortung dieser Fragen den SchülerInnen durch Fachleute abgenommen: AutorInnen von Schulbüchern, LehrerInnen. Sie prüfen zum Beispiel, ob sie mit dem Namen der VerfasserInnen oder mit der Institution, die Inhalte veröffentlich, eine gewisse Glaubwürdigkeit verbinden können. Aber wie soll das SchülerInnen zwischen 10 und 16 Jahren gelingen? Sie kennen in der Regel weder „Namen“ noch „Institutionen“. Eine wertvolle Hilfe in der Begleitung der SchülerInnen hin zu kritischer Rezeption von Informationen aus dem Internet können daher redaktionell betreute Bildungsserver sein, die die Internetsuche sinnvoll ergänzen. Informationen in verlässlichen Quellen wie den Bildungsservern, aber auch seriösen Online-Lexika können den geeigneten Kontext bieten, um im Internet gefundene Informationen auf ihre Glaubhaftigkeit hin interpretieren und bewerten zu können.
 |
|
|
|
|