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Fronter live – der Einsatz der Lernplattform an der Apalløkka-Skole, Oslo.

Dossier_Fronter_Schulbericht_header.jpgNachdem das e-LISA academy-Team bereits einiges über die norwegische Lernplattform Fronter gehört hat, ist es natürlich besonders spannend, eine Schule in Oslo besuchen zu dürfen, die bereits seit drei Jahren mit Fronter arbeitet. Während draußen ein Schneesturm für launisches norwegisches Aprilwetter sorgt, sprechen wir mit einem Lehrer der Schule über den Schulalltag, der ausschließlich über die Lernplattform organisiert wird. Wir erfahren dabei natürlich auch allerhand Interessantes über das norwegische Schulsystem.

Die Apalløkka-Skole liegt im östlichen Teil von Oslo und wird von 350 SchülerInnen zwischen 13 und 16 Jahren besucht. Per Øyvind Hammerstad ist Fronter-Administrator an der Schule und unterstützt die SchülerInnen und ihre 31 Lehrkräfte bei der Verwendung von Fronter – sowohl im Unterricht als auch in der Schuladministration.

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Die Apalløkka-Skole

Nicht nur die Website der Schule (www.apallokka.gs.oslo.no) wurde mithilfe von Webfronter, einem kürzlich entwickelten Fronter-Template, erstellt. Dossier_Fronter_Schulbericht_header1.jpgAuch sonst funktioniert vieles über die Lernplattform. Jede schulische Information wird auf Fronter publiziert, und alle Eltern werden per E-Mail über Neuigkeiten informiert. Eltern, die über keinen E-Mail-Account verfügen, erhalten die Nachrichten nach wie vor per Brief. Ansonsten wird das Ziel angestrebt, im Schulalltag nach Möglichkeit auf Papier zu verzichten.

Seit drei Jahren wird Fronter in der Schule eingesetzt. Alle LehrerInnen wurden dazu angehalten, die Plattform zu verwenden, was dazu führte, dass Fronter im Lauf der Zeit im Schulalltag unentbehrlich wurde. Die Infrastruktur zum erfolgreichen Einsatz von Fronter wird von der Schule bereitgestellt. Jeder Lehrkraft steht beispielsweise ein eigener Schullaptop zur Verfügung, und für die SchülerInnen gibt es drei Computerräume mit PC-Stationen, einen Mac-Raum sowie 30 Laptops. Diese Laptops können von den Lehrerinnen und Lehrern über Fronter gebucht werden – genauso wie Beamer und andere elektronische Hilfsmittel. Zusätzlich ist die Schule mit Smart-Boards in jedem Raum ausgestattet. Der Computerraum mit den Macintosh-Geräten wurde von Macintosh gesponsert und steht vor allem für Design-Unterricht und den „Media-Communication Classes“ zur Verfügung.

Dossier_Fronter_Schulbericht_Text_2.jpg
Natürlich ersetzen Fronter und Smart-Boards nicht
den gesamten Unterricht …

Vor fünf Jahren wurde in Oslo ein Masterplan zum IT-unterstützten Unterricht an allen Schulen eingeführt. Manche Schulen waren bei der Umsetzung schneller als andere. Das Einzugsgebiet der Apalløkka-Skole, eine der ersten bei der Umsetzung, umfasst zwei Grundschulen (SchülerInnen von 6-13 Jahren), wobei eine davon auch Fronter benutzte, die andere nicht. So gab es anfangs für die SchülerInnen der IT-losen Schule dementsprechenden  Einführungsunterricht. Dieser nahm aber nicht viel Zeit in Anspruch, da die SchülerInnen im allgemeinen Computergebrauch sehr gewandt sind, wobei vor allem MigrantInnen die Neuen Medien gut beherrschen. Eine Erklärung hierfür ist die ständige Kommunikation mit den FreundInnen im Herkunftsland, die via Skype oder andere Messenger-Tools erfolgt.

Zu Beginn der Fronter-Einführung gab es einen hohen allgemeinen Computereinschulungsbedarf unter den Lehrenden. Da jedoch der Schulalltag ohne Verwendung von Fronter nicht zu bewältigen ist, wurde einige Zeit in die Ausbildung der Lehrkräfte investiert, die nun allesamt die Vorteile der Lernplattform sehen und davon profitieren. Diese Ausbildung wurde stundenweise in Blöcken, in kleinen Happen, absolviert.Viele administrative Werkzeuge der Lernplattform ersetzen die herkömmlichen Vorgangsweisen. So wird das Klassenbuch, inklusive Einträgen bzgl. des Betragens der SchülerInnen, ausschließlich online geführt. Aufgrund der individuellen Rechte-vergabe bei Fronter hat der Klassenvorstand Überblick über sämtliche Noten, Fehlstunden etc., während die FachlehrerInnen nur ihre jeweiligen Einträge sehen.

Auch Eltern haben Zugang zum Portfolio ihrer Kinder, wobei hier individuell entschieden werden kann, wie viel die Eltern zu sehen bekommen. So können die Vorteile einer gewissen Notentransparenz (was sich vor allem bei Elternsprechtagen und bei der Organisation derselben für die Lehrerschaft äußerst positiv bemerkbar macht) wie auch die Gefahren einer totalen Überwachung gegeneinander abgewogen und ein idealer Weg für alle Beteiligten gefunden werden.

Der Einsatz von Fronter hat auf jeden Fall die Art und Weise der Kommunikation zwischen SchülerInnen und LehrerInnen verändert. Die Benutzung von E-Mails oder einem Messenger-System zur Lehrer-Schüler-Kommunikation ist mittlerweile üblich. Die Noten selbst haben sich durch die Verwendung der Lernplattform nicht geändert, doch ist die Akzeptanz der Plattform unter den SchülerInnen sehr groß, und die Freude an der Schule hat deutlich zugenommen.

Ein Stolperstein bei der Einführung einer Lernplattform ist üblicherweise die Frage nach dem Zeitaufwand bzgl. der administrativen Betreuung. Dafür gibt es an dieser Schule einen Lehrer, der 35% seiner Arbeitszeit der Fronter-Administration widmen kann. Darunter fallen auch das Einrichten neuer Accounts für neue LehrerInnen sowie grundlegende Einschulungen.

Allgemein kann Fronter natürlich zur wesentlichen Gestaltung des Unterrichts verwendet werden – in der von uns besuchten Schule dient Fronter jedoch hauptsächlich administrativen Zwecken.

Ein weiterer gern genutzter Vorteil von Fronter ist die Möglichkeit, einfach und schnell individualisierte Lernpläne zu erstellen und zu publizieren. Diese Individualisierung manifestiert sich auch in der Tatsache, dass die SchülerInnen in der primary und secundary school nicht durchfallen können. Nach Absolvierung dieser Schulen kann z.B. das Gymnasium besucht werden.

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Per Øyvind Hammerstad über die Lehrer-Rolle in Norwegen

Abschließend reden wir noch über den Status des Lehrers in Norwegen, der – im Unterschied zum viel zitierten Finnland – kein guter ist. Per Øyvind Hammerstad meint, Lehrer zu sein sei „a job, no ones wants to do, the image is rather bad and it´s underpaid.“ In Norwegen gibt es keine Einkommensunterschiede zwischen LehrerInnen verschiedener Schultypen. Nur die Anzahl der Stunden differiert.So ist es in Norwegen nicht anders als in anderen Ländern: Das Lehrerdasein ist ein Einzelkämpferjob. Doch da in Oslo alle Schulen Fronter verwenden, kommt es langsam, aber sicher zu mehr Transparenz, und vielleicht wird der Austausch von Unterrichtsmaterial und die gemeinsame Arbeit an Unterrichtssequenzen das Einzelkämpfertum unter der Lehrerschaft alsbald ablösen.

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Ein Service von Education Group in Kooperation mit Projekt Onlinecampus Virtuelle PH