7. eLearning Tag an der FH JOANNEUM am 23. 9. 2008 „Lernen im Umbruch?“ lautete das Motto des 7. eLearning Tags der FH JOANNEUM, den das ZML – Innovative Lernszenarien am 23. September 2008 in Graz veranstaltete. Knapp 80 Hochschullehrende, LehrerInnen aus Schulen und ExpertInnen verbrachten einen Tag mit interessanten Beiträgen und lebendigem Erfahrungsaustausch. Lebendige Diskussionen beim 7. eLearning Tag der FH JOANNEUM in Graz
Die neuen Technologien des Web2.0 verändern unsere Lehr- und Lernprozesse. Für die sogenannte „Net Generation“ sind Internet und neue Medien ein Teil des täglichen Lebens.
SchülerInnen und Studierende haben Zugang zu einer Vielfalt von Informationsquellen (z.B. Wikipedia, Google, …), tauschen Erfahrungen und Fotos in virtuellen Communities (z.B. SchülerVZ, StudiVZ, MySpace, Facebook …) aus und sind fast durchgehend vernetzt und in Kommunikationen verstrickt. Die Vorträge, Panel-Diskussion und Workshops des eLearning Tags drehten sich um die Frage wie Lehrende aus Schulen und Universitäten diesen Herausforderungen des neuen Lernens und Lehrens begegnen können und beleuchteten kritisch die gesellschaftlichen, rechtlichen und organisationellen Aspekte von Web 2.0 Technologien.
Paneldiskussion über die „Net Generation“, Jutta Pauschenwein moderiert die Diskussion von Eva Einzinger, Franz Riegler, Kathrin Figl und Thomas Eibel. (von links nach rechts)
In seiner Keynote erläuterte
Jörg Zumbach von der Universität Salzburg die Förderung von Interdependenz im netzbasierten kollaborativen Lernen. Soziale Interdependenz liegt vor, wenn Mitglieder die gleichen Ziele verfolgen und jedes einzelne Mitglied von den Handlungen anderer beeinflusst wird. Positive Interdependenz führt zu gegenseitiger Unterstützung der Gruppenmitglieder. Er diskutierte die Ergebnisse aus vier Studien zu kollaborativem Lernen.
Michael Sonntag von der Universität Linz gab einen pointierten Rückblick und Ausblick auf zehn Jahre kollaboratives Lernen. Er kam zum Schluss, dass die technischen Probleme der Vergangenheit heute zwar gelöst sind, die didaktische Planung sich allerdings noch nicht überall durchgesetzt hat. Kollaboratives Lernen verlangt dem Lehrenden viel ab. Er empfahl Kollaboration mit einfacher und einfach zu bedienender Technik zu starten, Aufgaben zu konzipieren, die Kollaboration inhärent bedingen. Die Zusammenarbeit muss für die Studierenden einen echten Vorteil ergeben.
Georg Brünner vom Institut für Bildungsrecht und Bildungspolitik beleuchtete das Thema Plagiate in Wikis aus urheberrechtlicher Sicht. Er führte ins Urheberrecht ein, definierte den Begriff Werk und beschrieb die Möglichkeiten der Verwertung und des Zitierens. Schließlich kam er zum Ergebnis, dass Plagiate die Vorlage von fremden Werken als eigene Leistung sind und damit unerlaubte Veröffentlichungen darstellen. Plagiate ziehen studienrechtliche Konsequenzen nach sich.
Apropos: Der von Georg Brünner in Zusammenarbeit mit dem ZML-Innovative Lernszenarien erstellte Leitfaden „eLearning & Recht“ greift die brandaktuelle Thematik auf und gibt Lehrenden kompetent zu rechtlichen Fragen mit Internet, Blog & Co Auskunft. (vgl.
http://virtual-campus.fh-joanneum.at
/vcblog/index.php/elearning-recht/ )
Erstmals fand am eLearning Tag auch eine
Panel-Diskussion statt. Thomas Eibel (HTL-Bulme Graz), Franz Riegler (ELSA-Koordinator Steiermark, Kepler Gymnasium), Eva Einzinger (FH JOANNEUM) und Kathrin Figl (Universität Wien) tauschten sich, moderiert durch Jutta Pauschenwein (ZML – Innovative Lernszenarien), über ihre Wahrnehmungen, Stimmungen und Gefühle im Unterricht der „Net Generation“ aus. Den Abschluss des Tages bildeten zwei praktische Workshops von Jutta Pauschenwein (ZML – Innovative Lernszenarien) über Leistungsfeststellung im eLearning und von Anastasia Sfiri (ZML – Innovative Lernszenarien) über Planung von didaktischen Konzepten für die Lehre.
Es war eine gelungene Konferenz mit spannenden Beiträgen und offenem Erfahrungsaustausch! Die Podcasts der Keynotes und der Paneldiskussion, alle Vorträge sowie viele Fotos finden Sie unter:
http://zml.fh-joanneum.at Noch ein Hinweis in eigener Sache: Für Lehrende aus Schulen und Universitäten bietet das ZML - Innovative Lernszenarien einen
dreiwöchigen Online-Kurs „Lernen und Lehren mit Web 2.0“ an. Jutta Pauschenwein, die Moderatorin des Kurses, hat ihr Konzept aufgrund der Erfahrungen aus vier abgehaltenen Kursen überarbeitet. Die Inhalte wurden an die aktuellen Trends angepasst, die Kommunikationswerkzeuge erweitert, die e-tivities (interaktive online Aufträge nach dem Konzept von Gilly Salmon) werden nun in unterschiedlichen Werkzeugen im Kursraum diskutiert. Die TeilnehmerInnen werden im Kurs Blogs und Wikis verwenden und für deren Einsatz Konzepte entwickeln, an einem Experiment zu Microblogging teilnehmen und RSS-Feeds und Mesh Ups ausprobieren.
Kursstart ist der 25. November, die TeilnehmerInnen sollten bereit sein, zumindest viermal pro Woche einzuloggen und an dem dreiwöchigen Prozess intensiv teilzunehmen (Mindestaufwand insgesamt 20 Stunden). Weitere Infos finden Sie
hier .
Melden Sie sich an! Web 2.0 ist ein Teil unseres täglichen Lebens geworden, nutzen Sie die Chance! Es geht darum, das Potenzial für Unterricht und Lehre zu nutzen und bestmöglich in den Alltag zu integrieren.
Mag. Maria Jandl (ZML – Innovative Lernszenarien)