DOSSIER
Interviews mit EPICT-AbsolventInnen
An der PH Wien wurde im Frühling ein Pilotkurs EPICT für Studierende durchgeführt. e-LISA academy hatte die Möglichkeit, mit den Studierenden über ihre Erfahrungen, Anregungen und Kritik an diesem Programm zu sprechen. Aus einigen Interviews werden im Folgenden zwei präsentiert.
Studierendengruppe 1
e-LISA academy: Hallo! Ihr seid Lehramtstudentinnen?
Ja, stimmt. Wir sind alle Lehramtstudentinnen auf Volksschule.
Und wie groß war euer Internetwissen vor EPICT?Wir würden uns als durchschnittliche, aber schon regelmäßige Internetbenutzerinnen beschreiben.
Was würdet ihr sagen, hat euch EPICT gebracht?
Befragte1: Na ja, mein Wissen wurde jetzt nicht erweitert. Also, ich kann jetzt nicht mehr am Computer arbeiten, aber ich denke, wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass man E-Learning wirklich auch mit den Kindern in der Volksschule praktizieren kann.
Befragte2: Während der Ausbildung sind uns auch Ideen gekommen, wie man das Thema in der Volksschule am besten umsetzen kann. Ideen, auf die wir vielleicht zuvor gar nicht gekommen wären.
Befragte1: Obwohl ich glaube, dass viele Ideen in den Volksschulen nicht wirklich umsetzbar sind, weil man nicht genügend PCs zur Verfügung gestellt bekommt. Die meisten Ideen würden an den technischen Mängeln scheitern.
Befragte3: Ja, das glaube ich auch. Teilweise haben wir uns sogar Idealklassen ausgedacht, die es wahrscheinlich in Wirklichkeit gar nicht gibt. (lachen)
Aber nach dieser Ausbildung ist euer Interesse, den Computer im Unterricht einzusetzen, gestiegen bzw. würdet ihr den Computer in eurem Unterricht einsetzen?
Ja!
(einstimmig)Eine andere Gruppe meinte, dass der Einstiegslevel für sie ein bisschen zu hoch war. Seid ihr da derselben Meinung?Ja, schon. Die erste Pflichtprüfung war mit Sicherheit die schwierigste, da wir ja zuvor nicht wirklich eine Vorstellung davon hatten, was von uns erwartet wird. Wir bekamen anfangs einfach viel zu wenig Inputs. Bei der Einführung haben wir zwar erfahren, was EPICT ist und wofür wir es brauchen könnten, jedoch erfuhren wir nicht wirklich, wie man die Module bearbeitet. Das Einführungssetting war für unseren Geschmack ein wenig zu allgemein.
Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn man ein Modul am Anfang gemeinsam gemacht hätte. So, denken wir, wäre es vielleicht leichter gewesen, an die Sache bestmöglich heranzugehen.
Aber mit der Zeit, je mehr wir damit arbeiteten, desto leichter fanden wir auch praktisch rein. Da entwickelt man so seinen roten Faden, den man dann immer wieder durchziehen kann. Mit jedem Mal war es ein wenig leichter.
In welchem Zeitraum habt ihr gearbeitet?Für jedes Modul hatten wir eine Woche Zeit. Somit war die gesamte Dauer der Ausbildung zirka zweieinhalb Monate.
Wie empfandet ihr diesen Zeitraum? War euch die Zeit vielleicht zu kurz, wäre eine längere Dauer besser gewesen?Obwohl es ein wenig stressig war, hat es uns vom Zeitlichen her trotzdem sehr gepasst. Wir empfanden es sogar sehr gut, dass wirklich jede Woche ein Abgabetermin angesetzt war. Hätte es längere Zwischenpausen gegeben, hätten wir uns jedes Mal neu auf die Module einstellen müssen, Dinge vielleicht wieder vergessen und neu erarbeiten müssen.
Und würdet ihr die Ausbildung in dieser oder in einer abgeänderten Form euren Nachfolgerinnen und Nachfolgern weiterempfehlen?Wir würden eher die abgeänderte Form unseren Kolleginnen und Kollegen weiterempfehlen. Zwar waren die Großgruppen nicht schlecht, doch würden wir nicht mehr als vier Leute in einer Gruppe empfehlen.
Auch sollte bei den AusbildungsteilnehmerInnen ein Vorwissen im Umgang mit Computern vorhanden sein, denn sonst besteht die Gefahr, dass man vielleicht ohne Ideen dasitzt oder an Fachbegriffen zu scheitern droht. So hatten auch wir teilweise unsere Schwierigkeiten.
Und da gab es niemanden, den ihr fragen konntet?Na ja, wir haben es uns halt selbst irgendwie zusammengereimt oder nach Antworten im Internet gesucht.
Das heißt, irgendetwas Begleitendes, z.B. eine Website, wo dann diese Dinge erklärt werden, wäre ganz hilfreich? Ja, das, oder die Fragen müssten etwas umformuliert werden, damit auch jeder weiß, worum es geht. Auch das Zeigen von Beispielsmodulen wäre besonders wünschenswert gewesen und hätte einige Unklarheiten beseitigt.
So haben wir uns immer von Frage zu Frage durchgearbeitet. Doch bleibt die Frage, ob das wirklich die optimale Vorgehensweise war.
Zusätzlich hätten wir uns in diesem Zusammenhang konkretere Fragen gewünscht, denn oft sind diese zu verwirrend gestellt worden. Auch in Stichworten gestellte Fragen wären für uns vielleicht leichter gewesen. So empfanden wir diese teilweise als zu schwammig und unkonkret.
Vielen Dank für das Interview und euer Feedback.
Studierendengruppe 2
e-LISA academy: Was studiert ihr?Wir sind Lehramtstudierende für Hauptschulen und Volksschulen.
Und wie würdet ihr euer Internetwissen vor EPICT einschätzen?Na ja, wir sehen uns eher als Standarduserin und -user, die über Google- und E-Mailgebrauch nicht wirklich hinausgehen.
Was würdet ihr sagen: Hat euch EPICT was gebracht? Habt ihr euer Wissen durch EPICT steigern können, z.B. rein von den Tools her?Ja, doch, kann man schon sagen.
Zum Teil machten wir unsere ersten Erfahrungen mit PowerPoint-Präsentationen und Bildbearbeitungsprogrammen.
Abgesehen davon haben wir mit Sicherheit mehr im Internet recherchiert als normalerweise. So wurde auch der Gebrauch von Suchfunktionen bei uns gesteigert.
Und ist euer Interesse, den Computer im Unterricht einzusetzen, dadurch gestiegen, oder wolltet ihr das unabhängig von EPICT machen?Ja, wir wollten das sowieso machen, aber es ist uns ein wenig deutlicher geworden, wie man den Computer didaktisch am besten im Unterricht anwendet.
Also, verstehe ich das richtig, dass rein von dem technischen Wissen her ein bisschen was dabei war, sonst aber der didaktische Input sehr hilfreich war?Ja, schon. Der war für uns sehr hilfreich.
Würdet ihr EPICT weiterempfehlen?Denjenigen, die eine Herausforderung wollen und auch Zeit haben, würden wir EPICT auf jeden Fall weiterempfehlen. EPICT ist vor allem für jene nützlich, die aus dem Computerbereich kommen, bzw. auch für jene, die vorhaben, mit ihren SchülerInnen in einem Computerraum zu arbeiten.
Und was würdet ihr an diesem Ausbildungsprogramm ändern, oder was wären eure konkreten Kritikpunkte?Wir würden einen längeren Zeitraum bevorzugen, da die Module zum Teil sehr zeitintensiv waren. Auch eine genauere Einführung hätte uns sehr geholfen. So mussten wir uns auch einiges selber aneignen.
Hattet ihr zum Teil auch mit Fachbegriffen Probleme und würdet ihr vielleicht eine begleitende Website zur Lösung von Problemen empfehlen?Ja, eine Art Wörterbuch oder Lexikon wäre vielleicht nicht schlecht gewesen. Da hätten wir bei Unklarheiten einiges nachschlagen können.
Und wie war für euch der Einstiegslevel? War der für euch okay oder vielleicht zu hoch oder zu niedrig?Für uns war er eigentlich okay. Man konnte sich alles aneignen. Es war nicht zu schwer.
Eine andere Gruppe war nämlich der Meinung, dass sie vom gesamten Setting mehr Präsenz und Erklärungsinputs erwartet hätten. Würdet ihr das auch so sagen?Wäre die Ausbildung über einen längeren Zeitraum gegangen, ja, aber in dieser kurzen Zeit sind längere Erklärungsphasen ziemlich unmöglich. Eventuell könnte man einige Inputs übers Internet machen. Da wäre es natürlich schon ganz cool, wenn man nicht immer auf die Uni kommen muss und von zu Hause aus auch arbeiten kann.
Wie habt ihr die Aufgabenstellungen in der Gruppe gelöst? Habt ihr euch da irgendwo getroffen, bei wem zu Hause vielleicht?Das war immer abwechselnd bei jemandem zu Hause oder auch auf der Uni. Das Treffen hat eigentlich immer gut geklappt.
Ich bedanke mich, dass ihr euch bereit erklärt habt, meine Fragen zu beantworten. Danke.<