DOSSIER
Das EPICT-Zertifikat
(European Pedagogical ICT Licence)Ein Erfahrungsbericht von Dipl.-Päd. Dr. Gerda Kysela-Schiemer, M.A., untermalt mit europäischen Trends und wissenschaftlichen Reflexionen der Lehrer(fort)bildung
Es ist nichts Neues, wenn Lehrende sich aus pädagogischer Sicht die Frage stellen, ob eine grundlegend neue Qualität durch die Nutzung neuer Medien in Lernprozessen entstehen kann. Die Rolle der Lehrkräfte wird dabei hinterfragt, und die Einstellung und Aktivität der Lernenden liegen im Fokus des Interesses. Michael Kerres, Professor für Mediendidaktik und Wissensmanagement an der Universität Duisburg-Essen, weiß, dass neue Medien das Lehren und Lernen nicht nur einfacher, anschaulicher und effizienter machen können. Aus seiner Sicht ist der Einsatz des Mediums sinnvoll, um bestimmte didaktische Intentionen zu erreichen (vgl. Kerres 2003).
EPICT (European Pedagogical ICT Licence) ist ein didaktisches Angebot, das IKT professionell methodisch-didaktisch „umgarnt“. Es ist teamorientiert ausgerichtet und verlangt die Zusammenarbeit innerhalb einer Institution oder auch institutionsübergreifende Arbeitsweisen. Damit tritt EPICT den „Kampf“ gegen das gängige „Einzelkämpfertum“ einer Mehrheit von Lehrer/innen an. Gefragt sind Moderation, Kommunikation, Kollaboration und Vernetzung – und das über viele Wochen und Monate, sollte EPICT lupenrein nach dem dänischen Konzept auch in Österreich abgewickelt werden (vgl.
www.epict.com).
EPICT in Dänemark und in Österreich: Start in Linz„Und da wäre noch das Projekt EPICT, meinte im Frühherbst 2007 mein Medienpädagogik-Kollege an der Pädagogischen Hochschule Wien, als es darum ging, für die junge Pädagogische Hochschule (PH) Aufgabenbereiche zu verteilen. Ich war im ersten Jahr in Wien und entsprechend neugierig – und dank vieler Erfahrungen, die ich bereits sammeln konnte, auch relativ unerschrocken. So entschied ich mich spontan, den Pilotversuch EPICT mitzumachen.
Kurz darauf telefonierte ich mit Thomas Nárosy, dem Koordinator für EPICT-Österreich. Er klärte mich auf, welche IKT-Kenntnisse für EPICT erwartet werden, dass die ersten EPICT-Koordinator/innen an den PH Pionier/innen sein würden und dass die Einschulung und die erwartete Pilotphase an den PH „echte Mehrarbeit“ sein, aber eine Art „Kaderschmiede“ darstellen werde.
Im November 2007 startete schließlich die Schulung der bundesweiten Vertreterinnen und Vertreter der Pädagogischen Hochschulen durch zwei dänische Vertreter von UniC, einer öffentlichen Einrichtung des dänischen Bildungsministeriums, die maßgeblich am Konzept beteiligt waren.
Wie üblich war für diese Thematik die überwiegende Zahl der Teilnehmenden männlich. Allein das Generalthema „IKT“ schreckt die Weiblichkeit (leider) ab – hier ging es jedoch um didaktische Aspekte! Ich erinnere mich noch gut an den freundlichen Seminarraum, im Fortbildungsbereich der Privaten PH OÖ, Linz, gelegen, der uns teilweise ganz schön ins Schwitzen brachte. Die Begrüßung war betont formell, Rektor, Institutsleitung und unsere Mentoren (eigentlich „Facilitatoren“; diese Bezeichnung haben wir sehr bald ins Österreichische umgewandelt und offiziell auf „Mentor/in“ geändert) aus Dänemark, Frank Bach Jensen und Lars Ingesmann, warteten auf uns. Die Notebooks verwandelten den Seminarraumlärm in ein angenehmes Gesurre und Geklappere, und dann ging’s los mit einer Mischung aus englisch-deutschem Vortrag.
Einige meiner PH-Kollegen waren schon gut informiert. Kein Wunder, hatten sie den doch lang währenden Entwicklungsprozess bis zu diesem Einschulungsseminar bereits über ein Jahr mitgetragen:
„Im Herbst 2006 wurde ein Team österreichischer Expertinnen und Experten vom BMBWK – nunmehr BMUKK – beauftragt, das EPICT-Zertifikat (European Pedagogical ICT Licence – www.epict.org) auf seine Tauglichkeit für eine Implementierung im österreichischen Schulwesen – und zwar sowohl in der Lehrkräfteaus- als auch -weiterbildung – zu untersuchen und entsprechende Folgeschritte vorzuschlagen. (…)
Zielhorizont des EPICT-Implementierungs-projekts ist die Etablierung und mittelfristige Implementierung eines möglichst für alle Lehrkräfte in Österreich verbindlichen IKT-Basis-Kompetenzstandards pädagogisch-didaktisch orientierter Art für den schulischen Bedarf.“ (Nárosy 2008, S. 1)
Eingelesen hatte ich mich gewissenhaft in die Module, die uns in Hunderten von Seiten vorweg gemailt worden waren. So hatte ich mich wohl mit der Grundintention der zu vermittelnden Inhalte auseinandergesetzt, doch war mir die Methode noch nicht klar geworden.
Frank Bach Jensen und Lars Ingesmann berichten über Erfahrungen der dänischen Implementierung. Entwickelt wurde der EPICT-Zertifikatslehrgang Ende der 1990er-Jahre in Dänemark von UNI•C, einer öffentlichen Einrichtung des dänischen Bildungsministeriums. Unterschiedlich zu Österreich: Teamteaching ist verbreitet und gängig. Das Programm funktionierte in Dänemark, da vor der Implementierung keine Aus- und Fortbildungsmaßnahmen im Bereich IKT und/oder pädagogischer IKT-Einsatz existierten und Lehrende sich als Anreiz entweder eine Stundenreduktion von 60-100 Stunden oder einen PC aussuchen konnten. Zudem gab es auf gesetzlicher Ebene Verordnungen (Verpflichtungen zum Programm, Jahrespläne).
Als Erfolgsfaktoren in der dänischen Implementierung sahen Jensen und Ingesmann, dass die Teilnehmer/innen von Zuhause aus einen vollwertigen Computerzugang (mit Administratorenrechten) hatten und die schulinternen Laufwerke benutzen konnten. Dazu kam eine vorzügliche technische und pädagogische Begleitung.
E-Learning/Blended Learning: hohe Ansprüche und Trends in EuropaErst nach und nach wurde mir klar, dass es sich bei EPICT um eine fast lupenreine E-Learning-Maßnahme handelt, die exzellente Kenntnisse der Kommunikation, Kooperation und der Vernetzung verlangt. Ich bemerkte darüber hinaus, dass EPICT an und für sich nichts Neues ist, was die Methode und die Durchführung betrifft. Was neu daran ist, ist die Chance, Massen im didaktischen Einsatz von IKT zu schulen – in einer team- und kommunikationsorientierten anderen Art der didaktischen Unterrichtskonzeption. Dafür bedarf es allerdings der Teamfähigkeit und Teamwilligkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Was nicht einfach umzusetzen ist, spricht doch die Wissenschaft davon, dass Lehrer/innen bevorzugt als Individualist/innen auftreten und die sozial- und individualpsychologischen Barrieren gegenüber kollegialer Kooperation große Hemmnisse auf dem Weg zu einer tatsächlichen Professionalität des Lehrberufs darstellen (z. B. Oser/Oelkers 2001, Giest 2002 und Cech/Giest 2005).
Bei EPICT handelt es sich also um eine Methode aus der Fernlehre, die einen Aufgabenversand per Brief und ein Reviewing durch Betreuer/innen beinhaltet. Begonnen wird mittels eines Einführungsworkshops („Introday“), bei dem die Methoden erklärt und die Arbeitsvereinbarungen mit den Kleingruppen, die an Ort und Stelle gefunden werden müssen, getroffen werden. Die Mentor/innen lernen die Teilnehmer/innen kennen und erhalten einen Einblick in deren IKT-Anwenderkenntnisse. Danach wird im Selbststudium in der Gruppe gearbeitet – und pro Modul wird ein Zeitraum von etwa 4–8 Wochen – laut dänischer Methode – veranschlagt. Zu meistern sind die vier Pflichtmodule und vier der Wahlmodule, um ein Zertifikat zu erlangen.
EPICT verlangt von seinen Mentor/innen und Studierenden viel (vgl. Evaluationsergebnisse aus Griechenland 2005 auf www.epict.com). Betrachtet man bspw. die 3-teilige Skala von Gabi Reinmann-Rothmeier (Reinmann-Rothmeier 2002), die zwischen E-Learning durch Distribution von Information, E-Learning als Interaktion zwischen Nutzer und System und E-Learning als Kollaboration zwischen Lernenden unterscheidet, so erkennt man, dass EPICT die kollaborative Form verwirklicht. Diese gilt als die anspruchsvollste Form und impliziert bei den Lernenden
- Selbststeuerungsfähigkeit,
- Medienerfahrung,
- soziale Fähigkeiten;
beim Lehrenden, dass er/sie die Rollen des/der Intitiator/in, Moderator/in und Coach beherrscht.
EPICT liegt in seiner Vorgangsweise im europäischen Trend der Lehrer(fort)bildungsbestrebungen. Fortbildung unterliegt zunehmend gesamtstaatlichen und/oder einzelschulischen Reforminteressen. Zurückgedrängt werden rein individuelle Interessen. Darüber hinaus gewinnt an den Schulen die Qualitätsentwicklung enorm an Bedeutung, und Kompetenzorientierung für die Lehrerfortbildung ist gefragt. Schulinterne Fortbildungspläne für die „Lehrerkarriere“ (vgl. dazu Bildungspolitikanalysen OECD 2006: Trends für deutschsprachige Systeme und Altrichter, Vortrag 2008, Klagenfurt) werden forciert. In der Lehrerbildung treten zunehmend auch neue Akteure auf (international, national), Großgruppenveranstaltungen sowie Internetplattformen werden in der Hoffnung für das Gelingen von mehr Kommunikation und Kollaboration eingesetzt und es wird auf deren Wichtigkeit hingewiesen. Dazu kommt die Frage für die Lehrerfortbildung: Soll mehr Verpflichtung oder nach wie vor Freiwilligkeit vorherrschen? Welche unterschiedlichen Effekte werden davon erwartet?
Persönliche Eindrücke. Lehr- und Lernprozesse
Zurück nach Linz: Unsere Einschulung war ungewöhnlich und etwas gewöhnungsbedürftig. Wir mussten uns aus den vier Pflichtmodulen oder den 14 Wahlmodulen verschiedene Aufgabenstellungen auswählen und diese als Art Stundenbild („Assignment“; immer in Verbindung mit geglücktem Einsatz von IKT im Unterricht) „didaktisch-pfiffig“ abarbeiten – etwa in 3–4 A4-Seiten. Diese schickten wir über die Moodle-Lernplattform an unsere Betreuer, die allerdings in Linz im Nachbarraum saßen und auf unsere Beiträge warteten.
Ich schreibe gern und schnell und kann gut Feedback geben; allerdings vermeide ich, völlig buchstabengetreu vorzugehen, sondern versuche, zu überlegen, wie Beispiele in der Praxis angenommen werden, wie die Praxis vonstatten gehen kann – und letztendlich: Wie ich eine Kollegin oder einen Kollegen beurteilen oder beraten kann, ohne sie oder ihn zu verletzen oder schulmeisternd aufzutreten.
Mit dieser Einstellung hatte ich (einigen Kollegen ging es genauso) jedoch nicht mit dem checklistenartigen Vorgehen der dänischen Kollegen gerechnet. So hieß es: Korrektur und Überarbeitung – obwohl unsere Kolleg/innen Lobeshymnen beim gegenseitigen Feedback-Geben auf unsere Stundenbilder gesungen hatten. Allerdings: Wertschätzendes Feedback ist zentraler Angelpunkt der EPICT-Methode – und dafür trainierten wir auch ausgiebig.
Offene Fragen und Start der Pilotphase
In vielen Besprechungen und Gruppendiskussionen, ermuntert von MinRat Helmut Stemmer und Thomas Nárosy, einigten wir Österreich-EPICT-Koordinator/innen uns – immerhin waren wir zu Jahresbeginn die einzigen EPICT-Zertifizierten –, unterschiedliche Pilotstudien zu starten. Zunächst war die Skepsis groß. Wer würde bei EPICT mitmachen? Welche Lehrer/innen in der Praxis? Welche Praxislehrer/innen, welche Praxisbetreuer/innen? Lieber in der Ausbildung pilotieren? Wie sollten wir das Konzept von EPICT in den Curricula verankern? Wer würde in Österreich im Team arbeiten, schulartenübergreifend, über den Zeitraum von etwa einem Jahr – über weite Strecken auf sich gestellt und nur über E-Learning kommunizierend? Welchen Anreiz konnte diese Fortbildungsmaßnahme haben? Ein Zertifikat? Ohne einen zusätzlichen Anreiz – wie er in Dänemark gegeben worden war? Fragen über Fragen.
EPICT an der PH Wien im Sommersemester 2008
Wir entschieden uns, mit Studierenden des Wahlpflichtgegenstandes „Medienpädagogik“ zu arbeiten. 16 Teilnehmer/innen machten freiwillig mit und ließen sich auf das kleine Abenteuer „Versuchskaninchen“ mit der Chance, eine Zusatzqualifikation zu erreichen, ein.
Die Studierenden absolvierten die VS-, HS- oder ASO-Ausbildung. Ausnahmsweise wurden in diesem Semester die Inhalte von „Medienpädagogik“ durch die Inhalte von EPICT ersetzt, um einen ersten Pilotkurs an der PH Wien noch im Sommersemester 2008 mit den Studierenden zu ermöglichen. Für den Pilotkurs EPICT erhalten die Studierenden insgesamt drei ECTS (75–80 Stunden Arbeitsaufwand).

Die Startseite des EPICT Moodlekurses für die Studierenden
Nach einer ersten Zwischenevaluierung, bei der „Trends“ erhoben wurden, stellte sich heraus, dass pro Aufgabenbearbeitung, inkl. Überarbeitungszeiten, etwa 8–9 Arbeitsstunden benötigt wurden. Die Studierenden schätzten das straffe Zeitpensum. Einige wünschten sich ein wenig mehr Zeit – in Summe herrschte jedoch Einigkeit, dass die verlangte Team- und Kooperationsarbeit gerade durch das enge Zeitfenster ermöglicht wurde. Die Studierenden gaben an, dass EPICT das Fach war, das am meisten Zeitaufwand neben noch 14 anderen Gegenständen, die es zu bewältigen gab, benötigte. Dennoch war die Stimmung positiv und das Interesse an den Arbeiten blieb gleichbleibend hoch. Teamarbeiten klappten nach einigen Anfangsschwierigkeiten in allen Gruppen gut; die Termintreue für die Abgabe der Aufgaben war von Beginn an hervorragend und überraschte uns positiv.

Ausschnitt aus dem Forum einer Studierendengruppe für Aufgabenstellung A (zweimalige Überarbeitungen der Aufgaben waren üblich und wurden termingetreu erledigt)
EPICT wurde an der PH Wien durch ein Blended-Learning-Modell vermittelt und ausprobiert. Nach der Auftaktveranstaltung Anfang März 2008 arbeiteten die Studierenden in Teams drei Wochen allein, danach folgte eine Präsenzeinheit im April, bei der verstärkt gegenseitiges Feedbackgeben erlernt und geübt und gleichzeitig eine erste Evaluierung, sowohl mündlich als auch schriftlich, durchgeführt wurde.Im Anschluss daran arbeiteten die Studierenden wieder drei Wochen in ihren Teams, danach folgte eine zweite Präsenzphase (Mai 2008), die wiederum die Zielsetzungen „qualifiziertes Feedbackgeben“ und Evaluierung hatte. Nach weiteren drei Wochen im Team fand am 28.5.2008 die gemeinsame Schlussrunde statt. Erneut erfolgte ein intensiver persönlicher Austausch und es wurde nun nach den Vorgaben von Dänemark evaluiert.
Alle Studierenden erhielten ihr „EPICT-Zertifikat“.
Im Folgenden wichtige Zitate der Studierenden anlässlich der Feedbackrunden, die Stärken oder Schwächen von EPICT verdeutlichen helfen. Es sei ausdrücklich betont, dass an dieser Stelle nur Erfahrungen von EPICT mit Studierenden in der Ausbildung gemacht wurden. Insgesamt wurde qualitativ durch Interviews und Feedbackrunden mündlich und schriftlich evaluiert; die quantitative Evaluierung erfolgte durch einen von UNI•C vorgegebenen Fragenkatalog. Um valide Aussagen quantitativer Art zu treffen, muss die Stichprobe erhöht werden und eine langfristige Testung angestrebt werden.
- E-Learning – Arbeitshaltung – Zeitmanagement – Verbindlichkeit
…habe bisher noch nie in irgendeiner Weise mit E-Learning über längere Zeit gearbeitet, habe manche Dinge genauer hinterfragt, in einem Forum gearbeitet, habe gelernt, genaue Arbeitsanweisungen zu geben, viele neue Begriffe und Arbeitsmethoden gelernt; freie Zeiteinteilung, Zeiteinteilung und Zeitmanagement gelernt; strikte Termine sind OK.
Anmerkung: In unserem Fall half natürlich auch das straffe Zeitpensum, das vorgegeben wurde. E-Learning benötigt viel Disziplin auf der Lehr-/Lernseite, das ist ein Schlüssel zum Erfolg. Auch wir Mentor/innen, Ulrike Koller und ich, arbeiteten zu allgemein ungewöhnlichen Zeiten (Wochenenden, späte Abendstunden) und stimmten uns immer exakt ab.
- IKT-Einsatz – didaktischer Einsatz – Strategien für Umsetzung in allen Schularten
… das erste Mal ausführlich Gedanken über den Einsatz des PC in der Volksschule gemacht, habe mich mit alternativen Unterrichtskonzepten in Bezug auf PC-Einsatz auseinander gesetzt, man kann mit Kindern viel mehr am PC arbeiten, als ich gedacht habe, bis jetzt habe ich nicht an den Einsatz des PC für den Unterricht gedacht, IKT-Schulungen sind für Kinder komplett anders zu konzipieren als für Erwachsene.
Anmerkung: Die Aufgaben wurden zumeist sehr zufriedenstellend in den Teams gelöst und durch Feedbackschleifen korrigiert und verbessert. Sie stellten eine Art mittelfristige Planung dar. Für eine eigentliche Unterrichtsstunde müssten diese Planungsarbeiten nochmals verfeinert und an die tatsächlich praktischen Gegebenheiten vor Ort (z. B. Equipment, Schüler/innen) angepasst werden.
- Vernetzung – Kooperation – Kommunikation
… Teamarbeit ist wichtig,wäre allein nie so weit gekommen, verschiedene Meinungen werden ausgetauscht,man muss auf die Gruppenmitglieder Acht geben, konsequente Gruppenarbeit und das Arbeiten im Team helfen.
Anmerkung: EPICT regt an, die unterschiedlichen Vertreter/innen von Schularten innerhalb der Teams zu vermischen, was jedoch nicht gelang und von uns als nicht sinnvoll im Sinne einer effizienten und vertiefenden Planungsarbeit angesehen wurde. Das Arbeiten über die Lernplattform Moodle funktionierte gut, doch legten die Studierenden großen Wert darauf, sich immer wieder auch physisch zu treffen und persönlich auszutauschen.
- Fachwissen – IKT-Kenntnisse – roter Faden
… Fortgeschrittene IKT-Kompetenz ist beinahe zwingend notwendig für das Erstellen der Konzepte, viel Fachwissen notwendig; es wird zu wenig Basiswissen vermittelt, habe mich anfänglich gefürchtet, weil ich bspw. viele neue Fachbegriffe hörte und nicht wusste, was auf mich zukam,teilweise schwer für einen Laien – z. B.: wie erklärt man einem Kind, wie eine Suchmaschine funktioniert? Ich hatte selbst keine Ahnung!Viele Punkte und Unterpunkte in den Skripten – der rote Faden ist nicht immer leicht zu finden.
Anmerkung: Hier waren die Meinungen sehr verschieden; generell kamen die Studierenden jedoch gut mit den Anforderungen zurecht bzw. halfen sich gegenseitig. Trotz anfänglicher Skepsis und einiger Unklarheiten lehnten die Studierenden es ab, dass für EPICT im Vorfeld der ECDL abgelegt werden sollte. Das Angebot, über kostenlose e-LISA academy-Kurse „Hilfestellung“ zu bekommen, betrachte ich als äußerst wertvoll und sollte forciert werden.
EPICT und die angestrebten Effekte – quo vadis EPICT?
Angesichts europäischer Entwicklungen (vgl. oben) und in Erwartung der unterschiedlichen Ergebnisse der an den PH Österreich laufenden Pilotstudien kann aus heutiger Sicht gesagt werden, dass die Methode EPICT eine hohe Lernintensität und ein prozessorientiertes, dynamisches Arbeiten ermöglicht, die Teamarbeit forciert, konkrete, und unmittelbar umsetzbare Praxisimpulse forciert. EPICT fordert und fördert wertschätzende Rückmeldungen im kollegialen Kreis und verlangt bereits (vertiefte) IKT-Kenntnisse.
Wie für jede E-Learning-Maßnahme gilt, dass die erfolgreich angestrebte Kommunikation und Kollaboration von Betreuung und Engagement des/der Lehrenden abhängt und dass bei sehr straffer zeitlicher Organisation wenig Flexibilität möglich sein kann. Eine Überarbeitung des Konzepts, der Inhalte und Adaption auf österreichische Bedürfnisse sind im Konsortium sicher notwendig und werden angestrebt.
Mein persönliches Fazit für Studierende: EPICT ist eine gute Möglichkeit, sich methodisch-praktisch UND schriftlich-verbindlich Gedanken über einen didaktisch-sinnvollen Einsatz von IKT im Unterrichtsalltag zu machen. E-Learning und Teamarbeit sind äußerst wertvoll für die Ausbildung und Stärkung notwendiger, vor allem aber auch vielfältiger und vielseitiger Kompetenzen junger, angehender Lehrkräfte.
Literatur- und Linkverzeichnis
Altrichter, Herbert (2008): Konzepte der Lehrerfortbildung im Kontext von Veränderungen im Schulwesen. Vortrag im Rahmen der Tagung „Lehrerinnen und Lehrer lernen – Konzepte und Befunde zur Lehrerfortbildung“, 17. – 19.8.2008, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.
Cech, Diethard/Giest, Hartmut (2005; Hrsg.): Sachunterricht in Praxis und Forschung – Erwartungen an die Didaktik des Sachunterrichts. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.
Giest, Hartmut (2002): Entwicklungsfaktor Unterricht. Empirische Untersuchungen zum Verhältnis von Unterricht und Entwicklung in der Grundschule. Potsdamer Berichte Bd. 7. Landau: Verlag Empirische Pädagogik.
Kerres, Michael (2003): Einführung in die gestaltungsorientierte Mediendidaktik. Studienbrief „Didaktisches Design“, Weiterbildendes Studienprogramm Educational Media, Universität Duisburg-Essen.
Nárosy, Thomas (2008): EPICT – oder etwas Besseres? URL: www.epict.at (Inhalte für Mentor/innen).
Oser, Fritz/Oelkers, Jürgen (2001; Hrsg.): Die Wirksamkeit der Lehrerbildungssysteme. Von der Allrounderbildung zur Ausbildung professioneller Standards. Nationales Forschungsprogramm 33. Chur-Zürich: Verlag Rüegger.
Reinmann-Rothmeier, Gabi (2002): Mediendidaktik und Wissensmanagement. In: MedienPädagogik. URL: http://www.medienpaed.com/02-2/reinmann1.pdf
www.e-lisa-academy.at : Seminarangebot der e-LISA academy für Lehrerinnen und Lehrer
www.epict.com: Internationale EPICT-Website.
Zur Autorin
Dipl.-Päd. Dr. Gerda Kysela-Schiemer, M.A.
arbeitet im BMUKK (Sektion V, Bereich digitale Medien und virtuelle Plattformen, Koordinationsstelle für Lesen und Schulbibliotheken; Chefredaktion www.lesenetzwerk.at) und lehrt an der Pädagogischen Hochschule Wien.
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