DOSSIER
Ein Interview mit EPICT-Projektkoordinator Thomas Nárosye-LISA academy: Wann und wo wird EPICT genau umgesetzt?
EPICT-Projektkoordinator Thomas Nárosy: EPICT läuft momentan an fast allen Pädagogischen Hochschulen im Rahmen von Pilotkursen, und was wir mit Faszination festgestellt haben, ist, dass auch oder vielleicht sogar gerade diejenigen, die EPICT anfangs kritisch gegenüberstanden, im Moment der konkreten Praxis mit dieser Art der Ausbildung, letztendlich von EPICT selbst, total überzeugt worden sind.
Und das ist auch gleich der zweite Teil der Antwort auf die Frage, wann und wo EPICT konkret umgesetzt wird.
Aus dem Kreis derjenigen Pädagogischen Hochschulen, die EPICT schon konkret im Rahmen von Pilotkursen erprobt haben, kam der Vorschlag, die Schulung für den E-Learning-Schwerpunkt der neuen, in diesem Schuljahr angelaufenen Neuen Mittelschulen mithilfe von EPICT-Kursen umzusetzen.
Das verlangt zwar noch einiges an Vorbereitungsarbeiten, aber wir hoffen, dass wir bis Ende Oktober dieses Schulungsprogramm auf Schiene gesetzt haben, und dann steht eigentlich nichts mehr im Wege, das tatsächlich einer großen Anzahl von Lehrkräften zur Verfügung zu stellen.
e-LISA academy: Eine weitere Frage, weil diese Frage ja andere Durchführende und Studenten auch schon beantwortet haben, wäre die nach der Notwendigkeit und Dringlichkeit in der Durchführung und Umsetzung von EPICT.Auch diese Antwort in zwei Teilen.
Erster Teil: EPICT in der Lehrkräfteausbildung; hier gibt es ein klares Votum von Personen aus dem Unterrichtsministerium, über Personen an den Pädagogischen Hochschulen, dass in Zukunft in absehbarer Zeit, also in 3 bis 4 Jahren tatsächlich jede Lehrkraft, die neu eine Lehramtsprüfung macht, auch EPICT-Kompetenzen verpflichtend erwerben soll. Und das ist durchaus möglich, EPICT ohne zeitlichen Mehraufwand in die Lehrkräfteausbildung zu integrieren. Das Einzige, was hier gemacht werden müsste, ist, die Fachdidaktikprofessoren, die fachdidaktischen Lehrenden auf ein entsprechendes Niveau zu bringen. Dann geht es ganz selbstverständlich.
Komplizierter ist Frage bezüglich der Notwendigkeit und Dringlichkeit von EPICT in der Lehrer- und Lehrerinnenfortbildung. In Österreich etwas in der Lehrkräftefortbildung verpflichtend umsetzen zu wollen, ist schwierig, und hier ins Detail zu gehen würde den Rahmen hier sprengen. Ich gehe jedoch so weit, zu behaupten, dass wenn Schulen sich explizit für einen E-Learning-Schwerpunkt entscheiden, wie zum Beispiel in eLSA-Schulen, den E-Learning-Clusterschulen und die Neuen Mittelschulen, dann ist es dringend geraten, dass im Lauf von, sagen wir, zwei, drei oder vier Jahren wirklich ein Gutteil der Lehrkräfte an diesen Schulen diese Ausbildung macht.Zusatznutzen dieser Ausbildung ist, man erfährt sehr, sehr viel in Sachen Teamarbeit, schulischer Innovation, Unterrichtsinnovation und tut schlicht und ergreifend dem eigenen Unterricht sehr viel Gutes durch diese Ausbildung.
e-LISA academy: Meine letzte Frage: Welche Vision gibt es bezüglich EPICT oder wie wünscht man sich EPICT in fünf Jahren?In drei Worten gesagt: EPICT goes IPICT. Also aus einer europäischen pedagogical ICT Licence könnte durchaus, in absehbarer Zeit, eine international pedagogical ICT Licence werden. Es ist ganz interessant zu sehen, dass gerade im Jahr 2008 einige internationale Bemühungen in Gang gesetzt worden sind, z.B. von der UNESCO, um IKT-Standards im Rahmen von Lehrkräfteaus- und -weiterbildung abzubilden, zu implementieren, und aufgrund der großen Erfahrung und der großen Menge an Lehrkräften, die schon erfolgreich an diesen EPICT-Lehrgängen teilgenommen haben, es sind über 100.000 in den letzten acht Jahren, ist EPICT einfach ein wirklich ganz, ganz heißer Kandidat. Und liefert vor allem eines mit, was man vielleicht anderen IKT-Ausbildungen, aus Sicht der Pädagogik durchaus zu Recht, vorwirft, bei EPICT geht es im Kern immer und ausschließlich um Unterricht.
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