DOSSIER
Wie funktioniert EPICT? 
EPICT besteht aus acht Modulen. Ein Modul beansprucht (berufsbegleitend) erfahrungsgemäß in etwa vier bis sechs Wochen Zeit zur Bearbeitung. Das Zertifikat kann also im Laufe eines Schuljahres – bei entsprechender Verdichtung auch rascher – erworben werden. Grundlegende IKT-Kenntnisse sind Voraussetzung für die Teilnahme am Programm. EPICT ist also kein „Schnellsiederkurs“. Zur Absolvierung der Module müssen über mehrere Monate einige Stunden Arbeitszeit in der Woche zusätzlich investiert werden. Aber das ist Zeit, die wohl investiert ist! Bei EPICT wird nie „für die Schublade“ gelernt, sondern immer konkreter Unterricht vorbereitet.
Ein/e typische/r EPICT-TeilnehmerIn durchläuft das Programm in folgenden Etappen:
- Im Rahmen eines Einführungstages werden die grundlegenden Elemente von EPICT und die Arbeitsweisen vermittelt. Einführungstage werden üblicherweise von einer größeren Gruppe von LehrerInnen gemeinsam an einem Ort besucht. Am Ende des Einführungstages haben sich die Arbeitsgruppen gebildet, in denen der Lehrgang absolviert wird.
- EPICT bedeutet modulares, selbstständiges Lernen im Team. Teams setzen sich aus drei bis vier LehrerInnen zusammen, die in der Regel alle an einer Schule arbeiten. So ist gewährleistet, dass die Teammitglieder regelmäßig miteinander Kontakt halten und sich über die Inhalte austauschen können. Es ist nicht notwendig, dass die Teammitglieder die gleichen Fächer oder Jahrgänge unterrichten. Im Gegenteil, von unterschiedlichen Zugängen können alle nur profitieren. Die Modulinhalte, die dem Lernprozess dienen, werden den Teams in schriftlicher Form und online zur Verfügung gestellt. Die Unterlagen enthalten Informationen, aber auch Fragestellungen und konkrete, unterrichtsbezogene Aufgaben, die von den Teams zu bewältigen sind.
- Die EPICT-TeilnehmerInnen werden von jeweils einem Mentor / einer Mentorin betreut, der / die sie bei ihrem individuellen Lernprozess unterstützt, aber vor allem die Aufgaben des Teams evaluiert und die TeilnehmerInnen so einen Schritt nach dem anderen weiterbringt. Dabei ist es nicht von zentraler Bedeutung, über welches Einstiegsniveau die TeilnehmerInnen verfügen; durch die Arbeit an den Aufgabenstellungen und den Austausch mit dem Mentor / der Mentorin können sich alle von ihrem individuellen Einstiegsniveau aus verbessern.
EPICT – oder etwas Besseres
Österreichs erste Schritte mit dem Konzept EPICT stehen unter dem Motto „EPICT – oder etwas Besseres“.
Derzeit finden Pilotkurse im Rahmen des Implementierungsprojekts statt. Ihr Ziel ist zu testen, inwieweit die dänischen Erfahrungen auf Österreich umzulegen sind bzw. welche Anpassungen für die österreichische Version einer allgemeinen, einheitlichen IKT-Fortbildung mit pädagogischem Schwerpunkt notwendig sind. In das derzeit laufende Implementierungsprojekt sind alle öffentlichen und privaten Pädagogischen Hochschulen sowie die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik eingebunden und arbeiten aktiv mit. Seit dem bereits abgeschlossenen EPICT-Sondierungsprojekt wurden auch die Universitäten von den Entwicklungen informiert und zur Teilnahme eingeladen.
In intensiven Diskussionen erarbeiteten die neuen MentorInnen – die mehrheitlich auch die offiziellen VertreterInnen der jeweiligen Pädagogischen Hochschulen sind – im Jänner 2008 die Rahmenbedingungen und Eckpfeiler der EPICT-Pilotkurse. Man ist sich einig, dass eine erfolgreiche Realisierung der Pilotkurse entscheidend zur Bedeutung des E-Learnings in der Schule und zur Professionalisierung der Fort- und Ausbildung der LehrerInnen, aber auch zur Etablierung der Pädagogischen Hochschulen und deren konstruktiver Zusammenarbeit entscheidend beitragen kann.
Unter anderen wird im Rahmen der Pilotphase folgenden Punkten besondere Beachtung geschenkt:
- Von Dänemark auf Englisch zur Verfügung gestellte Unterlagen und Aufgabenstellungen werden sukzessive ins Deutsche übertragen. Dabei wird auch die Frage diskutiert, inwiefern die Modultexte inhaltlich an österreichische Gegebenheiten angepasst werden können und sollen.
- In Ergänzung zur „klassischen“ dänischen EPICT-Methode werden im Rahmen der Aufgabenbearbeitung durch das Team auch Praxiserprobungen und Reflexionen dieser erprobten Praxis stehen. In Österreich soll also nicht nur die Planung von Unterrichtsszenarien, sondern auch die Unterrichtspraxis verpflichtend im Rahmen des Lehrgangs vertreten sein.
Das EPICT-Büro in Österreich (betraut mit dieser Aufgabe wurde e-LISA academy) wird für die Durchführung der Pilotkurse die dafür erforderlichen unterstützenden Maßnahmen ergreifen bzw. Infrastruktur zur Verfügung stellen. Für die Evaluation der EPICT-Pilotkurse wird auf das bewährte Instrumentarium von UNI-C zurückgegriffen.Wie es den TeilnehmerInnen an den ersten EPICT-Pilotkursen in Österreich ergangen ist, erfahren Sie in unserem Beitrag: „Der Mehrwert von EPICT “, ebenso in diesem Dossier.
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