Schritt2: Mädchen lesen besser als Jungen
Bei den PISA-Testungen 2000 und 2003 schnitten Mädchen in der Lesekompetenz besser ab als Jungen. Der allgemein festgestellte Rückgang in der Leseleistung, der aus dem Vergleich der PISA-Ergebnisse hervorgeht, geht überwiegend auf das Konto der Jungen. Sie gehören weit öfter zur so genannten „Lese-Risikogruppe“ als Mädchen, das sind SchülerInnen der Lesekompetenzstufe 1 und darunter. Beinahe jeder dritte Schüler ist der Risikogruppe Lesen zuzuordnen, bei den Schülerinnen trifft dies auf jede achte zu.
Zudem fällt der so genannte „erste Leseknick“, der zwischen zehn und zwölf Jahren eintritt, bei den Jungen wesentlich stärker aus als bei den Mädchen. Nach Gründen für diese rapide Verschlechterung der Leseleistung suchen Langzeitstudien; momentan ist nicht eindeutig klar, worauf sie zurückzuführen ist.
Generell gewinnen mit dem Beginn der Pubertät FreundInnen als Bezugsgruppe an Bedeutung und die Jugendlichen verbringen mehr Zeit außer Haus – dies führt zu weniger potentieller Lesezeit. Auch die Mediennutzung verändert sich; die Jugendlichen entdecken mehr interaktive Medien. Vor allem bei Jungen rücken die Computermedien in den Mittelpunkt ihrer Freizeitgestaltung. Sie verbringen auch mehr Zeit mit Fernsehen und Video als Mädchen.