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„Wir wollen’s uns auch leisten!“

Mit diesen Worten fasst die Stadtamtsdirektorin von Wieselburg, Gudrun Lasselsberger, die Frage, warum Wieselburg eine Computerhauptschule und ihre EDV-Ausstattung finanziert, zusammen. Bildung ist für die Stadtgemeinde eben extrem wichtig und etwas, wovon die Menschen einfach profitieren sollen.

Natürlich, so Lasselsberger, sei es kein Nachteil, wenn der Bürgermeister selber Lehrer ist. Aber so lange sie sich erinnern könne, war den Wieselburgern Bildung immer schon wichtig. So hat beispielsweise die Stadtgemeinde selbst den Bau eines Gymnasiums finanziert, obwohl das normalerweise Sache des Bundes ist. Und seit kurzem hat Wieselburg auch eine eigene Fachhochschule. Ein Lehrgang der Fachhochschule Wiener Neustadt hat sich in einem sehenswerten modernen Holzbau am Stadtrand niedergelassen.

 
Das Rathaus in Wieselburg: die Arbeitsstätte von Stadtamtsdirektorin Gudrun Lasselsberger.

Es hinge halt einfach von den Personen ab, die handelten. Und hier in Wieselburg verbinde – quer über alle politischen Ansichten – die verantwortlichen Personen der Konsens, dass Bildung der Gemeinde etwas wert sein müsse. „Wir sind in der glücklichen Lage, es uns leisten zu können. Und wir wollen’s uns auch leisten!“, so Lasselsberger.

Die Stadtamtsdirektorin ist unter anderem für die Fragen zuständig, wie denn die notwendigen Investitionen nun konkret getätigt, wo denn das Geld tatsächlich aufgetrieben werden kann. Hier hat Wieselburg mit einer Leasingfinanzierung bereits vor einigen Jahren einen im Schulbereich damals noch nicht alltäglichen Weg beschritten. Der große Vorteil dieser Lösung liegt, abgesehen von inkludierter Wartung und Garantie und damit kalkulierbaren Fixkosten, in der, wenn man so will: „Budgetpsychologie“. Statt alle drei bis vier Jahre hart um große Brocken kämpfen zu müssen, braucht es jährlich nur „kleine Häppchen“. Und die immer nur über definierte Zeiträume hinweg mit – wenn notwendig - Exitszenarien. Und die Gemeinde hat von all dem ja auch einen zusätzlichen Nutzen über die Schule hinaus: Man denke nur an die vielen Kurse der Volkshochschule sowie weitere Kurse für Erwachsene, die in den Räumlichkeiten der Schule mit den dort befindlichen Geräten stattfinden.

 
Lasselsberger: "Die Schulgemeinden müssen sich der Verantwortung bewusst sein, profunde Ausbildungen anzubieten und dadurch auf Dauer die Gemeinde, die Region als Lebensraum lebenswert zu erhalten."

Mit den Fragen der Bildung sei man natürlich nie an einem Ende angekommen. Einerseits nehme sie, Lasselsberger, eine immer größere finanzielle Belastung der Gemeinden und Eltern in Schulangelegenheiten wahr, andererseits würden die Anforderungen in der Zukunft auch vor zusätzliche neue Aufgaben stellen. Stichwort: Nachmittagsbetreuung. Die Nahtstelle zwischen der eigenen Hauptschule und beispielsweise der HTL in Ybbs, deren bewusste Gestaltung für viele in der Region eine besonders zukunftsträchtige Ausbildungsabfolge ermöglichen würde. Und ganz generell immer wieder das Anliegen gebetsmühlenartig zu wiederholen: Die Schulgemeinden müssen sich der Verantwortung bewusst sein, profunde Ausbildungen anzubieten und dadurch auf Dauer die Gemeinde, die Region als Lebensraum lebenswert zu erhalten.

Was sich die Stadtamtsdirektorin von einer guten Fee für all diese Aufgaben und Herausforderungen wünschen würde? „Dass sich alle gut vertragen.“

Stadtgemeinde Wieselburg: http://www.wieselburg.at/

(nat)

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