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Gender macht Schule! Worauf man bei der Gestaltung einer Schulwebsite besonders achten sollte ...
Neben Tipps in Sachen gendersensibler Website-Gestaltung von e-LISA academy in Zusammenarbeit mit Dipl.-Ing.in Dr.in Bente Knoll und Dipl.-Ing.in Elke Szalai, Geschäftsführerinnen von Knoll & Szalai oeg möchten wir Ihnen einige im Hinblick auf Gendergerechtigkeit und -ausgewogenheit gelungene Schulwebsites vorstellen.
Inhalte Bei der Konzeption einer Schulwebsite ist es wichtig, zu überlegen, was dargestellt werden soll: SchülerInnen und LehrerInnen, die Klassenräume, die Direktion, das LehrerInnenzimmer, Arbeitsbereiche in der Schule, Schulprojekte, der/die SchulwartIn, das Schulbuffet – idealerweise die gesamte Lebensrealität einer Schule in ihrer Vielfalt – das gilt sowohl für die inhaltliche als auch für die grafische Ebene der Schulwebsite. Wirbt eine Schule mit einem bestimmten Schwerpunkt – ein Sportgymnasium, ein musisches Gymnasium, eine Innenarchitektur- oder Elektrotechnik-HTL – liegen oft bestimmte Annahmen nahe: Mädchen besuchen eine sprachliche AHS, Burschen interessieren sich eher für technische, naturwissenschaftliche Fächer, ... Diese Stereotype können auf einer Schulwebsite bewusst aufgelöst werden, indem man Schülerinnen und Schüler in ihrer Vielfalt und bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten darstellt.
Sprachgebrauch Geschlechtergerechten Sprachgebrauch sollte durchgängig verwendet werden. Es genügt nicht, nur von den „SchülerInnen“ zu sprechen, sondern auch von dem/der DirektorIn, den LehrerInnen oder dem/der SchülerInnenvertreterIn – und zwar auf der gesamten Website, nicht nur im Menü oder in den Überschriften.
Bildgebrauch Bei den Bildern ist in erster Linie auf die Symmetrie in der Darstellung von Burschen und Mädchen und Männern und Frauen zu achten. Eine Ausgewogenheit in der Anzahl der Abbildungen von Frauen und Männern als auch in der Wahl der Bildausschnitte wäre ideal.
Bei einer Schulwebsite ist auf Symmetrie, sowohl in den Bildausschnitten als auch in der Anzahl der Abbildungen von Mädchen und Burschen zu achten. Bildquelle: Knoll & Szalai oeg (koa)
Beispiele für gendergerechte Schulwebsites
HBLA Ursprung http://www.ursprung.at
Prof. Mag. Schmiedbauer, Webmaster: Die HBLA Ursprung war früher eine reine Burschenschule. Vor ca. 10 Jahren schlossen die ersten Mädchen die Matura ab – mit sehr gutem Erfolg! Seit dieser Zeit ist der Mädchenanteil an unserer Schule auf ca. 27% angestiegen. Dem Schul- und Unterrichtsklima hat das eindeutig gut getan. Auch im Lehrkörper stieg der Anteil an Frauen deutlich. Wir haben zwei Ausbildungsschwerpunkte: Landwirtschaft und Umwelttechnik. In beiden Zweigen gibt es viel Praxis, die eigentlich früher eine Männerdomäne war. Ich nenne hier Bereiche wie Fleischzerteilung, Metallbearbeitung, Klauenpflege bei Tieren, Forstarbeit, Baumschnitt, Chemielabor. Die Mädchen an unserer Schule, die teilweise selbst aus bäuerlichen Familien kommen (aber nicht nur) und manuelle Arbeit gewohnt sind, nehmen die Praxis begeistert an und erweisen sich als äußerst geschickt. In den Bildern auf der Website habe ich versucht, dies zu dokumentieren.
Welche Botschaft möchten Sie über Ihre Schulwebsite vermitteln?
Mädchen sind an unserer Schule herzlich willkommen, unsere Inhalte stehen beiden Geschlechtern offen, wir fördern die Gleichberechtigung in der Ausbildung. Ich hoffe, dass die Bilder und Texte dieses Ziel des „Miteinander der Geschlechter in der Ausbildung und Freizeit“ vermitteln können.
Für welche gendergerechte Formulierungsart haben Sie sich entschieden?
Bei der gendergerechten Formulierungsart habe ich mich für das Binnen- I entschieden, auch wenn es nicht immer schön aussieht.
Was ist an Ihrer Schulwebsites weiters besonders erwähnenswert?
Am meisten Freude habe ich als Webmaster an der Begeisterung, mit der die SchülerInnen mitarbeiten. Sie wollen sich und ihre Aktivitäten abgebildet und beschrieben sehen, sie liefern mir tausende Bilder zu allen möglichen Themen und ich habe Spezialistinnen und Spezialisten ausgebildet, die z.B. den Maturaball, das NASEK Projekt etc. filmisch dokumentieren, das Material schneiden und vertonen. Wir versuchen immer, aktuell zu sein, es muss sich immer etwas Neues auf der Seite finden lassen, damit das Interesse der Userinnen und User nicht erlahmt. Die nächsten Schritte sind die Verlinkung mit der Online SchülerInnenzeitung mutans-Ursprung sowie der aktuelle Termin- und Supplierplan.
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BAKIP 10, Wien http://www.bakip10.schule.at
Die Schulwebsite der BAKIP 10 verstehen Mag.a Ulrike Fröhlich (Direktorin) und Mag.a Sabine Legl (Administratorin) als serviceorientiertes Medium für alle, die am Schulleben teilnehmen oder daran interessiert sind. Es wurde versucht, sie so interessant und ansprechend zu gestalten, dass man/frau immer wieder gerne hineinschaut. Es wird vor allem ein Querschnitt der vielfältigen Arbeit an der Schule für alle zugänglich gemacht und dabei sehr auf Aktualität geachtet. Die Website ist gleichzeitig auch der Jahresbericht der Schule. Welche Botschaft möchten Sie über Ihre Schulwebsite vermitteln? Mag.a Ulrike Fröhlich und Mag.a Sabine Legl: Wir laden ein, zu uns zu kommen, weil wir eine fortschrittliche Schule sind, die auf gesellschaftliche Anforderungen z. B. mit entsprechenden schulautonomen Maßnahmen reagiert. Uns sind soziales Engagement, demokratische Entscheidungen und ein Miteinander aller wichtig. Weiters wollen wir das individuelle Potenzial jedes/r Einzelnen in einer positiven Schulatmosphäre entwickeln. Dabei haben wir einen hohen Anspruch an Professionalität und schätzen Offenheit, Toleranz und Kreativität sehr. Wurde bzw. wie wurde das Thema Geschlechtergerechtigkeit bei der Gestaltung und Konzeption der Website berücksichtigt? Obwohl wir ein besonderer Schultyp sind (mehr Schülerinnen und Lehrerinnen als Schüler und Lehrer) ist nicht automatisch eine hohe Sensibiltät für das Thema Gender gegeben. Wir müssen uns immer wieder bewusst mit dem Thema auseinandersetzen. In der Website haben wir vor allem durchgehend eine geschlechtergerechte Sprache verwendet. Nach welchen Kriterien haben Sie die Bilder auf Ihrer Schulwebsite ausgewählt? Nach Informationscharakter, Repräsentation, Ästhetik und Dynamik. Alle im Schulhaus zusammen arbeitenden Menschen sollen vertreten sein. Für welche gendergerechte Formulierungsart haben Sie sich entschieden? Das Binnen-I, teilweise geschlechtsneutrale Form. |
HAK/HAS Baden http://www.hak-baden.ac.at/
Die Schulwebsite der HAK/HAS Baden ist im Zuge eines Maturaprojekts entstanden. Für die Konzeption zuständig waren: Jasmin Krammer, Petra Ruschka und Carina Skladal (Webmasterin).
Welche Inhalte und welche Botschaft möchten Sie über Ihre Schulwebsite vermitteln? Carina Skladal: Es geht bei der Homepage darum, dass man als Schüler/in möglichst alle Informationen findet, die man sucht. Oder dass man sich als Außenstehender über die Schule informieren kann, um eine gute Entscheidung bei der Wahl der Schule zu treffen. Wurde bzw. wie wurde das Thema Geschlechtergerechtigkeit bei der Gestaltung und Konzeption der Website berücksichtigt? Durch das Projekt „Brot und Rosen“, das voriges Jahr von Mag. Beate Jorda ins Leben gerufen wurde, ist das Thema Gleichberechtigung zu einem sehr wichtigen Punkt an unserer Schule geworden. Bei unseren Texten achten wir vor allem auf die Nennung beider Geschlechter. Auch die Menüpunkte sollen möglichst beide Geschlechter beinhalten. Natürlich ist es nicht ganz möglich, das zu verwirklichen weil wir neben der Matura nicht jeden Text, den wir bekommen, darauf hin kontrollieren können. Als wir vor einem Monat bei dem Programm FIT-Wien mitgemacht haben, haben wir gesehen, dass es auch für Titel eine entsprechende weibliche Form gibt. Darauf hin wollten wir das auch bei unserer LehrerInnenliste einführen und bei den Frauen „Mag.a“ schreiben. Allerdings lag diese Entscheidung nicht in unserer Hand und wir konnten diesen Vorschlag nicht durchbringen. Nach welchen Kriterien haben Sie die Bilder auf Ihrer Schulwebsite ausgewählt? Bei der Auswahl unserer Bilder achten wir vor allem darauf, dass sie zu den Texten passen und den Inhalt gut rüberbringen. Ob jetzt auf dem Bild eine männliche Person oder eine weibliche abgebildet ist, steht nicht im Vordergrund. Es gibt auch keine Rollen, die bei uns von einer bestimmten Gruppe dargestellt werden. Bilder und Fotos haben einen rein dekorativen Zweck. Da bei uns aber ohnehin mehr Mädchen als Burschen zur Schule gehen und die Mädchen nicht ganz so kamerascheu sind wie ihre männlichen Kollegen, sind meiner Einschätzung nach mehr Mädchen zu sehen. Für welche gendergerechte Formulierungsart haben Sie sich entschieden? Bei den meisten Texten verwenden wir diese Form: „Schüler/innen“ aber auch „Schülerinnen und Schüler“. |
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