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Christian Swertz: Didaktisches Design
Ein Leitfaden für den Aufbau hypermedialer Lernsysteme mit der Web-Didaktik


Rezension_1179952287336752.jpgLernen mit „Herz, Kopf und Hand“ –  so lautet die klassische didaktische Formel von Pestalozzi (1781). Auch in neueren didaktischen Einteilungen wie der Unter-scheidung von kognitiven, affektiven und sensomotorischen Lernzielen spiegelt sich diese Formel wider. Die didaktische Aufbereitung des Lernmaterials hängt natürlich stark vom verwendeten Medium ab. Speziell mit dem Medium Internet beschäftigt sich die Web-Didaktik, der dieses Buch gewidmet ist.

Auf 111 Seiten führt Christian Swertz, Professor für Medienpädagogik an der Universität Wien, theoretisch fundiert und praxisbezogen in die Web-Didaktik ein. Schritt für Schritt – von der didaktischen Planung über die Realisierung einzelner Bildschirmseiten bis zur Qualitätssicherung – beschreibt Swertz, wie virtuelle Lernumgebungen entwickelt werden können und was dabei besonders beachtet werden soll. Zentrale Begriffe wie Dekontextualisierung – die Auswahl und Zusammenstellung von Wissen –, Rekontextualisierung – die Anordnung der Lerninhalte nach didaktischen Prinzipien – oder Granularität – die Bezeichnung für die kleinste zusammenhängende Wissenseinheit, am Computer beispielsweise eine Bildschirmseite – werden übersichtlich und verständlich erklärt.

Indem der Autor das Buch selbst nach den Prinzipien der Web-Didaktik aufgebaut hat, zeigt er, dass die Web-Didaktik eine spezifische Form der Allgemeinen Didaktik ist, die sich nicht nur auf das Medium Internet beschränkt. Die einzelnen Kapitel sind jeweils eingeteilt in einen Orientierungsblock, einen Erklärungsteil, Beispiele, konkrete Handlungs-anweisungen für die eigene Umsetzung der im Kapitel besprochenen Inhalte und Aufgaben bzw. Fragen zum Verständnis, die am Ende des Buches aufgelöst werden. Ähnlich wie mit Hyperlinks verweist der Autor an vielen Stellen im Buch auf andere Kapitel und konkrete Textabschnitte, die es einem je nach Interesse und Vorwissen auch ermöglichen, durch das Buch zu „navigieren“.

Das Charakteristikum des Lernens mit dem Web ist die Hypertextualität. Sie ermöglicht auf Seiten der Lernenden ein individuelles Navigieren, das jedoch eine logische, sinnvolle Aufbereitung der Wissenseinheiten (von Seiten der Lehrenden) voraussetzt. Die Möglichkeiten, die man als Lehrkraft hat, um das Web zur Wissensweitergabe zu nutzen, von der Vermittlung von Orientierungswissen über Handlungswissen bis hin zu interaktivem Wissen, werden im Kapitel „Wissenseinheiten“ ab Seite 37 angeführt. Darüber hinaus werden in einem eigenen Kapitel (S. 94) Notwendig-keit und die Möglichkeiten zur Qualitätssicherung des Lernmaterials erläutert.

„Didaktisches Design. Ein Leitfaden für den Aufbau hypermedialer Lernsysteme mit der Web-Didaktik“ kann Pädagoginnen und Pädagogen aus unterschiedlichen Bereichen, die bei der Wissenserschließung und -weitergabe das Internet nutzen möchten, empfohlen werden. Was man sich natürlich nicht erwarten darf, sind konkrete Anleitungen z.B. für die didaktische Aufbereitung eines Kurses auf der Lernplattform Moodle, sehr wohl aber den theoretischen und didaktischen Unterbau dafür. Und die Checkliste im Kapitel Qualitätssicherung (S. 94) kann durchaus dafür verwendet werden, bereits erstellte Kurse bzw. Webinhalte kritisch zu beleuchten …

(koa)

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