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Moodle: „Taking from the rich to help the poor“. Die Moodlemoot 08

Nachrichten_Moodlemoot.jpg Sie haben richtig gelesen. Nicht nur Robin Hood, sondern auch Martin Dougiamas, der australische „Chef“ der Open-Source Software Moodle, handelt nach dieser Maxime. Allerdings nicht im vogelfreien, sondern im legalen Rahmen. Im Folgenden mehr von der 3. deutschen Moodlekonferenz an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, 12. bis 13.3.2008.

Wie kann man sich nun diesen „Umverteilungsmechanismus“ vorstellen – wie funktioniert „Moodle als Sozialprojekt“? Angesichts der alles andere als unbeträchtlichen Lizenzkosten für Lernplattformen hat sich unter anderem die Open University UK für Moodle als Lernplattform entschieden. Für den reibungslosen Betrieb und Support wurde ein Vertrag mit dem Moodle-Trust abgeschlossen und mit den lukrierten Mitteln wird eben auch Moodle weiterentwickelt. Vereinbarungen wie diese erlauben, dass zigtausend andere Moodle auf eigenen Servern installieren und betreiben können, ohne hierfür Lizenzkosten zahlen zu müssen. So erklärte Martin Dougiamas (persönlich und live – er hatte den Weg von Perth „down under“ nach Deutschland zu einer der weltweit größten Moodle-Konferenzen bislang nicht gescheut) am 12. März vor mehr als 400 Moodle-Interessierten in der Mehrzweckhalle der Pädagogischen Hochschule. Übrigens: edumoodle funktioniert letztlich genau nach demselben Prinzip: Hier finanziert das BMUKK die anfallenden Kosten und leistet damit auch einen Beitrag zur weltweiten Moodle-Entwicklung. Wir haben im letzten Newsletter ja ausführlich berichtet …

Moodle-Phänomene
Moodle ist – wie im Grunde alle Open-Source-Entwicklungen – nicht nur in finanzieller Hinsicht ein Phänomen. Mich persönlich fasziniert Moodle insbesondere hinsichtlich seines Potenzials, Menschen, die an pädagogischer Innovation und pädagogischer Qualität interessiert sind, zusammenzubringen. Da passieren Dinge, die sind tatsächlich atemberaubend. Beispielsweise – und das ist mein stärkster Eindruck vom Besuch der deutschen Moodlekonferenz – die Tatsache, dass ich noch nie so viele konstruktive Ideen und Vorschläge zur Zusammenarbeit zwischen Österreich und Deutschland bekommen habe. Mit Realisierungschancen, die weit jenseits von 50% liegen! (Abgesehen davon, dass alle gern so etwas wie edumoodle hätten ;-) Aber auch die vielen, ungemein positiven Stellungnahmen von Kolleginnen und Kollegen aus ganz Österreich (und zunehmend auch Deutschland) zu ihren Erfahrungen mit den Kooperativen Online-Seminaren von e-LISA, die erst durch Moodle als Lernplattform möglich wurden, gehören in diese Kategorie.

Moodle als Beitrag zu einer neuen Lernkultur
Diese Entwicklung, also die pädagogische Innovation, steht aber erst am Anfang und hat noch viel Wachstumspotenzial. Martin Dougiamas zum Thema Moodle & Pädagogik: Ja, es stimme, dieser Aspekt laufe noch lange nicht so erfolgreich, wie er sich das vorstelle. Das habe einige Ursachen. Erstens sei das Internet nach wie vor für viele neu. Zweitens gäbe es noch immer viele „alte“ pädagogische Konzepte. Und drittens, so Dougiamas weiter, erfolge die Nutzung von Moodle für Lehr-Lern-Zwecke auch erfahrungsgemäß in einer bestimmten Progression:

  1. Contentbereitstellung und -austausch
  2. Nutzung des Nachrichtenforums
  3. Einsatz von Tests und Aufgaben

    Und hier muss vorerst ein Gedankenstrich gezogen werden – denn auf dieser Stufe steht derzeit die Mehrzahl der Moodle-Nutzer. Das sei aber noch nicht die ganze, die reiche und wertvolle Lernerfahrung. Es gehe weiter wie folgt:

  4. Lesson, Wiki, Glossare und Datenbanken einsetzen
  5. Aktive und zielgerichtete Forumsnutzung
  6. Die Verbindung von einzelnen Aktivitäten zu Lernsequenzen
  7. Das Hinterfragen und Reflektieren von Lernaktivitäten – besonders effektiv und elaboriert mit dem Umfrage-Modul
  8. Peer-Review – z.B. mit dem komplexen Workshop-Modul
  9. Ideenaustausch und Selbstreflexion


Kein Nürnberger Trichter – aber Moodle hilft ungemein!
Hier nimmt Max Woodtli von der Pädagogischen Hochschule Thurgau in der Schweiz in seiner Keynote am zweiten Tag der deutschen Moodlekonferenz den Ball auf und spielt ihn – unterhaltsam, elegant, eloquent, profund – weiter. Sein Thema lautete: „Leistet Moodle einen Beitrag zu einer neuen Lernkultur oder dient es lediglich der Perfektionierung eines nach wie vor vorherrschenden Belehrungssystems?“ Seine Antwort in aller Kürze:

  • Nein dann, wenn wir Moodle verwenden, um bestehende Verhältnisse aushaltbar und fortsetzbar zu machen.
  • Ja, wenn es um eine andere Kultur des Umgangs mit Lernen und Leistungen, um inhaltlich-thematische Mit- und Selbstbestimmung geht.

Mit anderen Worten: Was der Mensch mit den vorhandenen Werkzeugen unternimmt, muss er nach wie vor selbst entscheiden und verantworten.

Der dieser Keynote folgende Praxisworkshop war mehrfach überbucht. Wenn Sie pädagogische Sternstunden und praktische Annäherungen expansiven Lernens aber dennoch miterleben möchten, dann schauen Sie einfach zu http://moodle.elearn.ch/course/view.php?id=91 (Gastzugang möglich).

Mehr von der deutschen Moodlekonferenz: http://moodlemoot.moodle.de (Hier erwartet Sie auch ein sehenswertes Kurzvideo von der Konferenz.)

PS: Noch ein paar ZahlenDatenFakten zu Moodle weltweit gefällig? 40.000 Installationen (davon 83 Installationen mit mehr als 20.000 Usern); 17 Millionen User; 1,7 Millionen Kurse; 1,8 Millionen Personen mit Lehrer-Rolle.

Nachrichten_Moodlemoot_auditorium_1206614531182345.jpg
Mehr als 400 Personen aus Deutschland und dem umliegenden Ausland waren gekommen, um an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg …

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… den Ausführungen von Moodle-Chef Martin Dougiamas zu lauschen.

[nat]

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Kurstipp
Moodle – eine Einführung
Ein Service von Education Group in Kooperation mit Projekt Onlinecampus Virtuelle PH