Symposium „JUST DO IT… it´s your school … your future“
Von Dr. Gerda Kysela-Schiemer, M.A.

Mit seinem ersten Symposium „JUST DO IT… it´s your school … your future” gelang es dem Zentrum für Medienpädagogik der Pädagogischen Hochschule in Wien am Montag, 7. April 2008, im Raiffeisenforum Wien, eine etwas andere Diskussion zur Veränderung der Schule erfolgreich zu initiieren. Eine vollkommen neue Dimension des Lehrens und Lernens konnte dem interessierten Publikum nähergebracht werden: Die Zukunft des Lernens wurde als medienpädagogische und architektonische Herausforderung gesehen.
Der Lebensraum Schule ist für das Gelingen von Bildung von zentraler Bedeutung. Nur wo das Zusammenleben funktioniert, kann für das Leben gelernt werden. Der Lebensraum Schule braucht Investitionen in die Infrastruktur, in neue Technologien genauso wie in neue, innovative Klassenzimmer und Lernräume.
Abseits der aktuellen – heute oftmals negativ geführten – Bildungsdiskussion konnte die international renommierte Expertenrunde aus den Universitäten Mainz (Stefan Aufenanger), Zürich (Helmut Schauer) und Wien (Christian Swertz) sowie Architekt Christoph Lechner, Peichl & Partner, nicht nur theoretisch, sondern auch anhand von zahlreichen praktischen und oftmals ungewöhnlichen Beispielen zeigen, welchen Anforderungen sich das Bildungsmanagement der Zukunft tatsächlich stellen muss, um den Wissens- und Informationserwerb neu gestalten, organisieren und didaktisch aufbereiten zu können.
Mit dem Bildungsbegriff wird der Mensch zum zentralen Anliegen der pädagogischen Arbeit. Gesellschaftlicher Wandel, Veränderungen von Wissenskulturen und Wandlungen im Umgang mit Macht sind dabei ebenso zu reflektieren wie die damit verbundenen technologischen Tendenzen: Prof. Christian Swertz verwies auf neue medienpädagogische Herausforderungen für die Schule per se in der Medienbildung und zeigte auf, dass es durchaus gelingen kann, Schule als „machtvolle Institutionen der Zukunft“ aufzubauen.
Die pädagogische Weiterentwicklung unseres Bildungssystems geht Hand in Hand mit der Entwicklung von räumlichen Bedingungen. Investitionen in attraktive, gleichzeitig jedoch durchaus funktional-praktische Lernräume ermöglichen besseren Lernerfolg und vor allem ein friedlicheres Miteinander, denn das Klassenzimmer ist ein spezieller Ort.
Hier sitzen, stehen, hören, sprechen, streiten, laufen und musizieren Kinder und Jugendliche über mehr als ein Jahrzehnt – und sie entwickeln ein inniges Verhältnis dazu. Daher muss es kind- und später jugendgerecht, innovativ und modern sein. Die Schule soll optisch Freude bereiten und Lust zum Lernen, vor allem auch zum Verweilen machen:
Architekt Christoph Lechner vom Büro Peichl & Partner präsentierte anschauliche Beispiele einer neuen Schule, die in ihren Ansprüchen durchaus verschieden ist.
Eine gute Schule besteht jedoch keinesfalls nur aus einer schönen Hülle. Auch im Inneren sollte alles passen: Der Schulunterricht ist über Jahrhunderte von Schulbüchern und häufig noch vom Frontalunterricht bestimmt. Die Neuen Medien wie Computer und Internet bieten neue Chancen, die Lernkultur an Schulen zu verändern – E-Learning und Blended Learning sind Chancen für ein Mehr an Kommunikation und Kooperation zwischen Lehrern und Schülern und bieten Möglichkeit für eine neue Form der Informationsrecherche.
Während Prof. Stefan Aufenanger (Universität Mainz) analysierte und fragte, wie neue Medien zur Verbesserung des Lehrens und Lernens beitragen können, wusste Prof. Helmut Schauer (Universität Zürich), dass Lernen auch Spaß machen darf. Spielerisches Lernen („Game Based Learning“) ist mehr als Wissensvermittlung auf etwas andere Art. Computerunterstützte Lernspiele vermitteln Fähigkeiten und können Handlungskompetenz fördern und fordern. Mit eindrucksvollen Beispielen zum Game Based Learning wurde dem Auditorium des Symposiums bewiesen, dass diese Art des Lehrens und Lernens viel mehr bedeuten kann als Vermittlung von Lernstoff durch den Computer. Von der Schulung von Sozialkompetenz bis zum ausgeklügelten Rekruting und zum Ressourcenmanagement reicht die breite Palette didaktischer Szenarien für Game Based Learning.
Tarek Leitner (ORF) führte als Moderator kompetent durch die auf hohem akademischem Niveau geführte Diskussion, bei der es zunächst darum ging, den Blickwechsel für neues Lernen mit neuen Medien zu schärfen und neue Organisationsformen dafür zu fordern. Der im Anschluss an die Vorträge geführte Diskurs über die Zukunftsoffenheit von Bildung und die Chance von Schulen, als kreative und machtvolle Institutionen der Zukunft zu agieren, leitete über zur Frage nach der Idealgestalt einer Schule schlechthin.
Das Zentrum für Medienpädagogik legte mit seiner innovativen Themenwahl erfolgreich die Latte hoch für weitere Symposien der jungen Pädagogischen Hochschule Wien.
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