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Rahmenbedingungen für erfolgreiches E-Learning schaffen – E-Learning-Knigge für Führungspersonen
Das Vermitteln von Medienkompetenz an SchülerInnen wird zunehmend wichtiger. Die Schule muss auf diese Anforderungen vorbereitet sein und es ist Aufgabe der Führungskräfte die richtigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.
Lehrende beschreiben E-Learning:
„Abwechslung, Motivation, Arbeiten mit dem Computer, Hardwareprobleme, ein anderer Zugang zum Lehren, mehr Arbeit in der Vorbereitung, die Grenzen aufzeigen und austesten können, Trennung von Wissenswertem und Müll, Hilfestellung zum Umgang mit der Informationsflut geben, Erziehung zum kritischen Fragen, viel improvisieren, Verlagerung des Unterrichts auf den Nachmittag, ökonomisches Arbeiten, bessere Möglichkeiten zum Erklären von komplexen Zusammenhängen, Formen der Präsentation erleben können, an die Grenzen des eigenen technischen Wissens stoßen, Kinder machen Hörspiele selbst und erleben eigene Produktionen, selber machen kann Spaß machen, Motivation zur eigenen Weiterbildung, Veränderung der eigenen Rolle, individuelles Lerntempo der SchülerInnen reduziert Stress, differenzierter Unterricht, individueller Zugang, als Lehrer wieder „hip“ werden!
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Im Rahmen einer Studie wurden im Jahr 2004 die spezifischen Vorteile des E-Learnings erarbeitet und dabei kristallisierten sich folgende Punkte heraus: - Interaktivität wird leichter ermöglicht.
- Besseres Verständnis für komplexe Vorgänge kann vermittelt werden.
- SchülerInnen können in ihrem eigenen Tempo arbeiten.
- Aktualität der genutzten Inhalte und die Möglichkeit auf das Tagesgeschehen einzugehen.
- Höhere Motivation der SchülerInnen.
- Strukturierung des Unterrichtes wird transparenter und besser nachvollziehbar.
- Bessere Feedbackkultur der Lehrenden.
- Änderung der Lehrenden-Rolle.
 Lehrende nehmen beim E-Learning eine neue Rolle ein.
In Österreich, wo die Entwicklungen im Bereich E-Learning im deutschsprachigen Raum am weitesten fortgeschritten sind, hat sich über die Jahre eine erfolgreiche und engagierte E-Learning Szene etabliert, was vor allem an drei Gründen festzumachen ist:
- Technische Infrastruktur und Schwerpunkte in der didaktischen Ausrichtung: Neben dem Projekt www.edumoodle.at , das ein wichtiger Motor für die flächendeckende Verbreitung von E-Learning war, sind viele Projekte auf Landes- und Bundesebene ebenfalls Treiber. Stand zu Beginn der ersten Projekte die Bereitstellung der Infrastruktur im Mittelpunkt, so wurde schnell erkannt, dass dies alleine nicht ausreicht und Schulungen der Lehrenden bzw. didaktische Projekte hier Antrieb geben müssen. Mit dem „Geräte-Aufstellen“ – egal ob Standgeräte im Klassenzimmer oder Notebooks – alleine ist es nicht getan; diese sind nur dann sinnvoll, wenn Lehrende auch damit umgehen können. So wurden viele inhaltliche und Weiterbildungsprojekte in der Folge umgesetzt.
- Organisatorische Schwerpunktsetzung: Hier sind die beiden Schulnetzwerke eLSA und eLC die wesentlichen, treibenden Kräfte. Beide Netzwerke setzten von Beginn an auf die Organisationsentwicklung in den einzelnen Schulen und verknüpften E-Learning eng mit Schulentwicklung. Beide Netzwerke hatten eine Reihe von Zielen, die zu Beginn als sehr ehrgeizig empfunden wurden, aber eine Reihe von positiven Entwicklungen an den Schulen auslösten. So wurde beispielsweise das Ziel „alle Lehrkräfte einmal mit E-Learning in Kontakt zu bringen“, als nicht realistisch und nicht erreichbar eingeschätzt. Auch wenn aus den Erfahrungen der eLSA Schulen heraus die Einschätzung sich durchsetzt, dass (derzeit!) 20% der Lehrenden für die IKT-Nutzung nicht gewonnen werden können, so ist dieses Ziel dennoch ein wichtiger Treiber für die Personalentwicklung und Weiterentwicklung der Schulen.
- Verknüpfung Schulentwicklung – Personalentwicklung – Unterrichtsentwicklung: In Österreich wird – unterstützt durch die Aktivitäten der IKT-Lenkungsgruppe im bm:ukk – E-Learning seit einigen Jahren ganzheitlich gesehen. Dabei wird versucht, auf alle Aspekte dessen, was „eine gute Schule“ ausmacht, einzugehen und diese nicht isoliert voneinander zu betrachten, sondern mit einem Mix aus Aktivitäten zu arbeiten. Die so gemachten Erfahrungen werden – sowohl informell, als auch aktiv und geplant – weitergetragen und verbreitet.
 Technische Infrastruktur und didaktische Ausrichtung.
Dass Österreich im Bereich E-Learning so gut positioniert ist, ist auch dem engagierten Weg der Bildungspolitik zu verdanken, die durch zahlreiche Initiativen wie e-FIT und FutureLearning maßgebliche Impulse setzt.
Ein Meilenstein dabei war die Installierung der beiden E-Learning Netzwerke eLSA und eLC, wobei eLSA (eLearning im SchulAlltag) den Schwerpunkt auf die 10–14-Jährigen setzt, während der eLC (eLearning Cluster) auf die Oberstufe fokussiert ist. Beide Netzwerke gehen einen ähnlichen Weg, der durch gemeinsam formulierte, identische Ziele bestimmt ist. Eine wichtige Erkenntnis dieser Projekte ist, dass Lehrende ihren Unterricht grundlegend verändern und in Richtung einer Selbststeuerung der SchülerInnen agieren müssen.
Ein wichtiger Schwerpunkt im Rahmen der beiden Netzwerke ist die Weiterentwicklung der Lehrenden. Dabei wurden je nach Schultyp unterschiedliche Wege eingeschlagen: Im eLSA Netzwerk konnte die eBuddy-Aktion einen großen Erfolg erzielen. Im Schuljahr 2005/06 suchten sich Lehrende eine/n Coach an ihrer Schule, der/die sie – in einer 1:1 Betreuung – in die Welt des E-Learnings einführte. Trotz der Niederschwelligkeit des Angebots, konnte das eBuddy-Konzept nicht immer alle Erwartungen erfüllen: So wurden die gecoachten Lehrenden sicherlich nicht von heute auf morgen „glühende“ VerfechterInnen des Einsatzes von Computer und Internet im Unterricht; erste Schritte konnten aber vielerorts erfolgreich gemacht werden. Trotzdem wurde das System nach Auslauf der Sondermittel nur an wenigen Pädagogischen Hochschulen auch in das Regelprogramm aufgenommen. Weiterhin offen steht allen eLSA Lehrenden im Rahmen von Freitickets der Besuch von Online Seminaren der e-LISA academy.
Im E-Learning Cluster wird die Schule direkt finanziell unterstützt, damit sie den Support erhalten kann, den sie als derzeit notwendig erachtet. Als Schwerpunkt der Jahre 2007–2009 ist die Einbindung von Partnerschulen anzusehen. Dabei konnte jede eLC Schule ein bis max. zwei Schulen ein- bzw. anbinden und in gemeinsamen Aktionen (vor allem im Bereich der Weiterbildung und des Wissensaustausches) die Weiterentwicklung des gesamten Netzwerkes vorantreiben. Besonders Wert gelegt wurde im Zuge der Einführung der Partnerschulen auf den regelmäßigen Bericht der ergriffen Maßnahmen.
E-Learning wird zum Alltag
E-Learning ist bereits in vielen österreichischen Klassenzimmern Unterrichtsalltag. Meist fungiert eine E-Learning Plattform (wie beispielsweise www.edumoodle.at) als Verteilungsplattform für Unterrichtsunterlagen, wobei Lehrpersonen den Lernenden ausgewählte Übungen zur Verfügung stellen, wodurch sich der Unterrichtsstoff individuell vertiefen lässt. In einer fortgeschrittenen Form wird die Lernplattform dazu genutzt, dass SchülerInnen miteinander kooperieren und im Lernprozess mit- und voneinander lernen.
Die Nutzung von Computer und Internet steht meist im direkten Zusammenhang mit der Erfahrung und der Kompetenz der Lehrkraft: Je erfahrener eine Lehrperson ist, desto eher ist eine kooperative und interaktive Form des Unterrichtens möglich und wird in der Praxis auch umgesetzt.
 E-Learning ist bereits in vielen Klassen Unterrichtsalltag.
Meist fällt den SchülerInnen gar nicht mehr auf, dass sie E-Learning als eine Form des Lernens verwenden – für sie ist es einfach Teil des Methodenmixes und sie freuen sich, wenn diese Methodik eingesetzt wird. Einen der größten Vorteile, den die SchülerInnen im Einsatz von E-Learning sehen, ist die Möglichkeit den Unterricht zu individualisieren und an das eigene Lerntempo anzupassen.
Auch für die Lehrenden hat sich das eigene Bild verändert: digitale Kompetenzen werden zunehmend wichtiger und das Lehrerbild verändert sich immer mehr von der klassischen Lehrendenrolle hin zum begleitenden Coach und zum Wissensmanagement.
Eine wichtige Frage beim Einsatz von E-Learning Materialien ist die des Copyrights – vielen Lehrpersonen fehlt hier das Wissen über den Umgang und Einsatz von multimedialen Inhalten wie Bildern, Audio- oder Videomaterial. Es gibt jedoch eine Vielzahl an Unterlagen, die unter die creative commons Lizenz gestellt wurden und dadurch problemlos eingesetzt werden können.
E-Learning schön und gut – aber es fehlen die Ressourcen
Um E-Learning einsetzen zu können, müssen die richtigen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden. Eine Aufgabe für die Führungskräfte, die dazu keineswegs in allen Einzelheiten über E-Learning Bescheid wissen müssen; es reicht ein grober Überblick über die Thematik. So werden dafür auch entsprechende Weiterbildungen für Führungskräfte – wie beispielsweise unter schulleitung.schule.at – angeboten.
Wenn die Rahmenbedingungen einmal geschaffen sind, steht dem Einbinden von E-Learning in den Unterrichtsalltag nichts mehr im Weg.
Fazit und Ausblick
- E-Learning kann in Österreich schon längst nicht mehr als „Modeerscheinung“ bezeichnet werden: Zu weit verbreitet sind die Entwicklungen mittlerweile, zu evident der Nutzen und die Notwendigkeit. Auch wenn die politische Schwerpunktsetzung hier nicht mehr so explizit ist, wie in der Vergangenheit: E-Learning hat in den Schulalltag Einzug gehalten und verbreitet sich weiter in allen Schultypen.
- Eine der notwendigsten Bedingungen zur Nutzung von E-Learning auch an der Schule ist die Bereitstellung von Hard-, Software und Connectivity. Dies ist allerdings keine einmalige Investition, sondern es muss laufend erneuert werden.
- Aus den vielen und zahlreichen Einzelprojekten muss zunehmend eine gesamte österreichische E-Learning Architektur entstehen, um die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen AkteurInnen (insbesondere im Sinne der „Lernenden Organisation Schule“) zu professionalisieren. Dazu zählt hinsichtlich der didaktischen Weiterentwicklung auch die Zusammenarbeit zwischen Forschung und den PraktikerInnen an den Schulen.
- Maßnahmen zur Steigerung der Weiterbildungsbereitschaft des Kollegiums müssen getroffen werden, um so sicherzustellen, dass es zu einem möglichst geringen „Nachhinken“ der Schule im Vergleich mit der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung kommt.
- Die Integration von IKT-Kompetenzen in die Lehrendenausbildung ist eine wichtige Maßnahme, um den kommenden Generationswechsel bei Lehrenden positiv nutzen zu können.
Das Zusammenspiel von Bereitstellung der technischen Infrastruktur, Unterrichtsentwicklung, Schulentwicklung, Weiterbildung und Austausch untereinander ist eine wichtige Basis für die nachhaltige Verankerung von E-Learning an einem Standort.
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