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Kapitel 2: Leseerziehung in der Grundschule
Im Leseunterricht der Grundschule sind wir mit unterschiedlichsten
Fähigkeiten der Kinder konfrontiert. Dies zeigt sich besonders am
Beginn des zweiten Schuljahres.
Einerseits gibt es Kinder, die selbstständig und flüssig auch fremde
Texte lesen können und Freude am Lesen haben. Sie lesen regelmäßig und
viel in ihrer Freizeit, gehen gerne und oft in die Leseecke und
benützen eifrig Büchereien und Bibliotheken. Bei diesen Kindern muss
keine Lesebereitschaft mehr aufgebaut werden, ihre hohe Motivation
sollte aber durch gut ausgewählte Texte und Interesse an ihrer
Freizeitlektüre erhalten werden.
Besonders konzentrieren müssen wir uns auf jene Kinder, die ungern
lesen, weil ihnen das Lesen noch sehr schwer fällt. Sie mühen sich mit
jedem Text ab, lesen oft noch buchstabenweise und haben daher auch
Schwierigkeiten beim Verstehen. Lesen ist für diese Schülerinnen und
Schüler mit negativen Begleiterscheinungen und Misserfolgserlebnissen
verbunden. Solche Kinder schrecken vor einem Lesebuchtext oder gar vor
einem ganzen Buch zurück.
Dieses Kapitel geht von folgender Annahme aus: Die Voraussetzung dafür,
dass Lesen Spaß machen kann oder dass Kinder überhaupt für das Lesen
begeistert werden können, ist, dass sie die Fertigkeit Lesen ohne
größere Schwierigkeiten beherrschen.
So finden Sie auf den folgenden Seiten Informationen darüber,
- welche besonderen Schwierigkeiten beim Lesenlernen auftreten können,
- wie man häufige Probleme beim Lesen gezielt „wegüben“ kann,
- wie man Kindern den Kontakt zu Büchern schmackhaft macht und
- welche Aktivitäten den kreativen, projektorientierten Umgang mit Literatur fördern.
Die folgenden Abschnitte sind durchwegs praxisorientiert. Sie
enthalten vor allem methodische Vorschläge und Kopiervorlagen für
Arbeitsblätter, die Sie teilweise direkt im Unterricht einsetzen oder
leicht an Ihre Situation anpassen können.
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