Schritt 6: Mein Platz im Internet: MySpace
MySpace ist der im deutschsprachigen Raum beliebteste Vertreter der Sozialen Netzwerke, die im Web 2.0 immer beliebter werden – nicht nur im berufsbezogenen Kontext oder unter Erwachsenen, sondern vor allem unter Jugendlichen.
Es ist ein weltweites Projekt mit einer mehrsprachigen Website, auf der jedeR kostenlos ein eigenes Benutzerprofil einrichten kann, um danach Kontakt zu halten zu anderen NutzerInnen des Netzwerks. Die persönliche Profilseite kann mit Fotos, Videos, Musik oder Neuigkeiten angereichert werden und dann von allen anderen MySpace-NutzerInnen betrachtet werden, die man als seine „Freunde“ definiert hat. Automatisch wird man auf dem Laufenden gehalten, wenn sich auf der Profilseite der Freunde etwas verändert und so kann man stets die aktuellsten Beiträge seiner Freunde verfolgen und ist über die neuesten Ereignisse in deren Leben informiert. Dadurch, dass die MySpace-Profilseite durch HTML-Code anpassbar ist, kann man tatsächlich seinen individuellen „Space“ (Raum) schaffen. Dutzende von diesbezüglichen Tutorials und Hilfsseiten im Internet unterstützen NutzerInnen dabei.
Grundlage der Theorie der Sozialen Netzwerke ist das so genannten „Kleine-Welt-Experiment“ des US-amerikanischen Soziologen Stanley Milgram, das erstmals im Jahre 1967 durchgeführt wurde. Mit diesem Experiment untermauerte Milgram die Behauptung, dass jedeR von uns über eine gewisse Anzahl an Knotenpunkten mit jedem anderen Menschen auf der Welt bekannt ist. Sechzig zufällig ausgewählten TeilnehmerInnen mussten im Rahmen des Experiments ein Päckchen an festgelegte Personen in einer weit entfernten Zielstadt senden. Die Sendungen durften jedoch nicht direkt an die (unbekannten) Zielpersonen geschickt werden, sondern nur an Personen, die die jeweiligen SenderInnen persönlich kannten. So bildete sich eine Kette aus miteinander persönlich bekannten Personen, die sich immer näher an die Zielperson vorarbeitete. Die durchschnittliche Länge dieser Personenkette war bei den Päckchen, die ihr Ziel erreichten, aufgerundet sechs. Milgram schloss daraus, dass jedeR US-BürgerIn mit jedeR anderen US-BürgerIn über durchschnittlich sechs Knotenpunkte bekannt ist.Die Freunde der Freunde kennenzulernen funktioniert analog zu diesem Experiment auch bei MySpace recht gut und persönliche Netzwerke breiten sich immer weiter aus. Man kann alte Freunde wiederentdecken und mit Bekannten Kontakt halten, auch wenn z.B. die gemeinsame Schulzeit schon vorbei ist.