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Kapitel 5: LiteracyMit dem Begriff „Literacy“ bezeichnet man eine Schlüsselqualifikation, die gerade im Zeitalter der elektronischen Medien unverzichtbar ist: es ist die Fähigkeit, durch Sprache und Schrift zu kommunizieren. Im engeren Sinne bedeutet Literacy schlicht, lesen und schreiben zu können. Im weiteren Sinne gebraucht, bezieht der Begriff alle Fertigkeiten rund um die Erzähl-, Sprach- und Schriftkultur ein. Dazu gehören nicht nur Text- und Sinnverständnis, sondern auch die Lesefreude, eine gewisse Vertrautheit mit Büchern bzw. Medienkompetenz. In Lehrbüchern und Zeitschriften kann man die Tendenz beobachten, Text zu Gunsten von Fotos und Illustrationen zurückzudrängen; Referate in Schulen kommen heute kaum ohne die Unterstützung des Computers aus und im Internet kommt es darauf an, Informationen schnell zu erfassen und weiterzugeben. AutorInnen müssen also in der Lage sein, Inhalte in Text und Bild übersichtlich und ansprechend zu präsentieren und gegebenenfalls mit Tönen zu unterlegen. Außer lesen und schreiben zu können, gehört zu Literacy also auch, mit Zeichensystemen kreativ umzugehen.
 Derlei Fähigkeiten entwickeln sich schon in den ersten Lebensjahren. Inwieweit und in welche Richtung, das kommt ganz auf die Umgebung und die Erfahrungswelt der Kinder an. Manche Kinder sind stets von Sprache umgeben; das Erzählen von Geschichten gehört zum familiären Alltag. Geschriebenes hat aber wenig Bedeutung: Es gehört nicht zu ihrer Erfahrungswelt, dass man einander Mitteilungen auf Zetteln hinterlassen kann. In anderen Familien wird täglich die Zeitung ins Haus geliefert, aber über diese bedruckten Seiten wird nicht gesprochen. Wenn ein Kind mit drei Jahren fröhlich das Logo einer Fastfoodkette erkennt, sind manche Eltern erfreut und andere wieder nicht. All die einzelnen Erfahrungen mit Sprache, Schrift und Bildern ergeben zusammen das bunte und persönliche Bild der Schreib- und Lesefähigkeit eines/ einer jeden Einzelnen.  |
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