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Kapitel 6: Fächerübergreifende Leseerziehung
Schon der PISA-Bericht aus dem Jahr 2003 stellt fest, dass die Förderung der Lesekompetenz nicht allein die Aufgabe eines Unterrichtsfaches ist, auch wenn dem Deutschunterricht eine besondere Verantwortung zukommt. DeutschlehrerInnen gelten im Kollegium als ExpertInnen für die Leseerziehung und das ist auch in Ordnung so, wenn an ihnen nicht die ganze Arbeit hängenbleibt, unsere SchülerInnen lesefit zu machen. Sie sind im Schulalltag ideale AnsprechpartnerInnen, Leseförderung fächerübergreifend zu organisieren und KollegInnen miteinander zu vernetzen – überall dort, wo Texte und Bücher im Unterricht eine Rolle spielen. Vor allem die Freude am Lesen und das Interesse, sich neues Wissen lesend zu erschließen, führt zu tatsächlichem und kontinuierlichem Lesen. SchülerInnen müssen quer durch den Stundenplan erleben, dass das Lesen belohnend und auch wichtiges Element sozialen Zusammenlebens ist.
Das passende Unterrichtkonzept zu diesem Ziel ist vor allem Unterricht, der auf Kompetenzerwerb abzielt. Im didaktischen Blickfeld stehen also nicht vorrangig zu vermittelnde Stoffgebiete oder Wissensinhalte, sondern grundlegende und transferierbare Fähigkeiten. Nachdem etwa das Interpretieren von literarischen Texten geübt wurde, steht als Ziel am Ende des Unterrichtsverlaufs nicht die richtige Interpretation, sondern es ist entscheidend, dass SchülerInnen Verfahrensweisen trainiert haben, die sie in vergleichbaren Situationen in Hinkunft einsetzen können. Textmaterial, das zum Üben herangezogen werden kann, gibt es im Schulalltag genug: im Geografie-, Geschichte-, oder Musikunterricht und in vielen anderen Fächern. Setzen Sie als DeutschlehrerIn Impulse, dass Lesestrategien auch in diesen Gegenständen eine Rolle spielen. Nur so kann SchülerInnen vermittelt werden, dass ein bewusst gesteuertes Leseverhalten sinnvoll ist. Praktische Tipps und Anregungen finden Sie auf den folgenden Seiten. Sie sind vor allem dazu gedacht, KollegInnen in Diskussionen zu verwickeln, wenn diese wieder einmal schuldbewusst bei Ihnen anklopfen und fragen, was sie in ihrem Unterricht mit der Fülle an Texten am besten anstellen sollen – oder Sie ergreifen selbst die Initiative und verbreiten im Rahmen einer Konferenz oder eines pädagogischen Tags Aufbruchsstimmung und motivieren Ihre KollegInnen, in der Leseförderung gemeinsam an einem Strang zu ziehen.
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